In Brasilien müssen die Energieversorger dabei mithelfen, die Haushalte ihrer Kunde auf den neuesten technischen Stand zu bringen. Seitdem tauschen sie alte Kühlschränke gegen neue aus. Das ist nicht nur gut für die Bevölkerung, sondern auch gut für die Wirtschaft und das Klima. Denn alte Kühlschränke sind wahre Stromfresser, die mehr Strom aus der Leitung saugen als mehrere moderne Haushaltsgeräte zusammen. Um dieses Problem zu lösen, hat die Regierung Brasiliens eine Strategie entwickelt, die alle glücklich macht – die Stromversorger, die Konsumenten und die Hersteller von Kühlschränken.

In Brasilien stehen altertümliche Kühlschränke vor allem in den Wohnungen der Armenviertel. Diese Geräte sind für bis zu 70 Prozent des Stromverbrauchs einer Familie verantwortlich. Seit 1999 gibt es in Brasilien ein Energiespargesetz, das die einheimischen Stromversorger dazu verpflichtet, ein halbes Prozent ihres Umsatzes in Energieeffizienz zu investieren. 50 Prozent davon, muss den armen Bevölkerungsschichten zugute kommen. Deshalb verteilen die Stromfirmen nicht nur mehr Energiesparlampen in den Slums, sondern seit kurzem auch neue Kühlschränke.

Ruy de Góes, Direktor für Klimawandel im Umweltministerium, ist davon überzeugt, dass der Austausch von Kühlschränken für alle Beteiligten ein Gewinn ist. Deshalb will die Regierung Brasiliens bis zum Ende des Jahres 2009 ein zusätzliches Tauschprogramm für Kühlschränke auflegen. Damit sollen im kommenden Jahrzehnt bis zu 10 Millionen alte Stromfresser gegen neue Kühlschränke ausgetauscht werden. Ruy de Góes zählt die Vorteile auf: erstens sei das gut für die Umwelt, zweitens für die Haushaltskassen armer Familien und drittens für die Hersteller der Kühlgeräte. Man könnte das Programm schon fast als wahres Wirtschaftswunder bezeichnen.