Mit einem Angriff in den frühen Morgenstunden hat die Armee in Honduras am Sonntag, den 28. Juni 2009, den Präsidenten Manuel Zelaya gestürzt und nach Costa Rica gebracht. Das Militär umstellte die Residenz von Zelaya in der Hauptstadt Tegucigalpa und verhaftete den Präsidenten, der an diesem Tag eine Volksbefragung über eine Änderung der Verfassung abhalten wollte. Nach einem Schusswechsel mit der Leibgarde rückten Panzer vor.
Honduras befand sich im Ausnahmezustand: Soldaten mit Schnellfeuergewehren bestimmten das Straßenbild, Armeehubschrauber überflogen das Parlament und den Palast des Präsidenten. Anhänger von Zelaya demonstrierten für den abgesetzten Staatschef. Sie errichteten Fahrzeugblockaden, von brennenden Autoreifen stiegen Rauschschwaden empor. Die Armee verwendete Tränengas, um die chaotische Lage wieder in den Griff zu bekommen.
Am Sonntagnachmittag erklärten Parlamentsabgeordnete den Präsidenten des Parlaments Roberto Micheletti zum Nachfolger von Zelaya. Bis zur Wahl im November soll er das Land regieren. Der Ex-Präsident dementierte Gerüchte über seinen freiwilligen Rücktritt mit folgenden Worten: „Es handelt sich um ein politisch-militärische Verschwörung einer korrupten Elite, ein Verbrechen gegen die Demokratie.“ Auch der US-Präsident Barack Obama zeige sich bestürzt über die Ereignisse in Honduras und forderte die Einhaltung rechtsstaatlicher Normen.
Auslöser für den Militärputsch in Honduras war ein für den Sonntag geplantes Referendum über eine Änderung der Verfassung, mit der nach Ansicht seiner Gegner Zelaya eine Basis für seine Widerwahl schaffen wollte. Die Feinde des Ex-Präsidenten sind reaktionäre Kreise aus der Armee, der Politik, der Wirtschaft und der Medien. Wie Venezuela, Kuba, Ecuador und Nicaragua gehört Honduras zum linken Regionalpakt Alba. Manuel Zelaya, der Chef der liberalen Partei, war 2005 zum Präsidenten gewählt worden. Seine Amtszeit sollte bis 2010 dauern. Für seine Freunde ist der Politiker ein Vertreter des Wandels, für seine Feinde ein Populist.
#1 by ArminHolp on Mittwoch, 1. Juli 2009
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Bei allem Verstandnis dafür, dass das Militär Angst hat, dass hier eine linke Diktatur errichtet wird, kann man so etwas nicht durchgehen lassen. Schließlich ist der Präsident demokratisch gewählt worden. Dass das Volk nach links strebt ist ja logisch. Schließlich wurden die Rechte der Armen jahrhundertelang mit Füßen getreten. Dass ein stark konservativ geprägtes Land wie Honduras nach links abdriftet sprich Bände. Meiner Ansicht nach sollen die seither Regierenden lieber wieder eine Politik machen, in der die Menschen und nicht die Koruption im Vordergrund stehen. Dann haben Sie vielleicht das nächste Mal die Mehrheit. Ein Militärputsch ist da meiner Meinung nach das falsche Mittel.