Der Autor Romeo Rey versucht in seinem Buch „Im Sternzeichen des Che Guevara“ die Theorie und Praxis der Linken in Lateinamerika aufzuarbeiten. Zunächst erinnert Rey an die Vorläufer der Linken wie Víctor Raúl de la Torre aus Peru oder an Augusto César Sandino aus Nicaragua. Außerdem beschreibt er Emiliano Zapatas gescheiterten Versuch, im Zuge der Revolution in Mexiko, basisdemokratische Strukturen zu etablieren. Zudem geht er auf die sandinistische Revolution von 1979, den Aufstand der Zapatisten von 1994 in Chiapas sowie auf die Rolle der Theorie der Befreiung ein.

Sehr wenig Platz räumt der Autor in seinem Buch dem Präsidenten von Brasilien Luíz Inácio Lula da Silva und dessen Arbeiterpartei ein: Er wirft Lula das Festhalten am Neoliberalismus vor und dass er keine strukturellen Veränderungen in Brasilien vorgenommen habe. Er übersieht dabei allerdings, dass der Präsident über seine „Null-Hunger-Initiative“ hinaus mit dem Programm „Licht für alle“ plant, alle Haushalte Brasiliens an das Stromnetz anzuschließen und damit für Millionen Brasilianern mehr Lebensqualität und Arbeitsmöglichkeiten schafft.

Fragwürdig werden die Ausführungen von Rey, wenn er dem Parlament in Kuba bescheinigt, eine wenn auch eingeschränkte, so doch im lateinamerikanischen Zusammenhang relativ hoch entwickelte Form der Demokratie darzustellen. Für fast alle politischen Beobachter Kubas hat das dortige Parlament nur die Aufgabe, die Politik der Brüder Castro abzunicken. Zudem behauptet der Autor, Kuba habe die Sanierung seiner Wirtschaft sozialverträglich erreicht, weil die Preise für die Grundnahrungsmittel nicht erhöht wurden. Rey geht nicht darauf ein, dass die Kubaner erhöhte Preise für Wasser, Gas und Telefon bezahlen müssen, wodurch die meisten Einkommen schon Mitte des Monats aufgezehrt sind.

Das Buch von Romeo Rey „Im Sternzeichen des Che Guevara. Theorie und Praxis der Linken in Lateinamerika” ist im VSA-Verlag in Hamburg erschienen und kostet 18,80 Euro.