Óscar Arias, der Präsident von Costa Rica, wurde 1941 als Sohn reicher Kaffeefarmer geboren. Der Jurist, der in Essex promoviert hatte, wurde zunächst als Autor politischer Texte bekannt. Im Jahr 1986 gewann der Politiker als Kandidat der Partei der Nationalen Befreiung zum ersten Mal die Präsidentschaftswahlen. 20 Jahre später schaffte es Óscar Arias erneut, zum Staatschef von Costa Rica gewählt zu werden.

In Deutschland wurde Arias bekannt, als er neben Bundeskanzlerin Merkel bei Eröffnungsspiel der Fußballweltmeisterschaft in München saß. Deutschland bezwang den Außenseiter Costa Rica mit 4:2. Inzwischen hat sich der frühere Sozialdemokrat in einen Neoliberalen verwandelt. Er kämpft für marktliberale Reformen und setzt sich für den zentralamerikanischen Friedensvertrag ein.

Mit der vom Sozialismus geprägten Politik seines Kollegen Hugo Chávez aus Venezuela kann Óscar Arias wenig anfangen. Deshalb steht er auch dessen Verbündeten Zelaya, Ex-Staatschef aus Honduras, kritisch gegenüber. Dennoch hat er ihm politisches Asyl gewährt, als er aus seinem Land vertrieben wurde. Allerdings warnt Arias den Gestürzten, eigenmächtig nach Honduras zurückzukehren.

Die Welt kennt Óscar Arias als Demokrat und Friedenstifter, seit er 1987 den Friedensnobelpreis erhalten hat. Der Präsident von Costa Rica vermittelte erfolgreich bei der Aussöhnung seiner Nachbarstaaten Nicaragua, El Salvador, Honduras und Guatemala. In einem historischen Gipfeltreffen verpflichteten sich die Staaten zu Schweigen der Waffen, zur Versöhnung und zu demokratischen Wahlen.

Auch heute ist der Präsident von Costa Rica wieder als Friedensstifter gefragt. Er soll zwischen Zelaya und dem Übergangspräsidenten von Honduras Roberto Micheletti vermitteln. Arias sagte zu den Medien, dass er froh sei, in einem Konflikt helfen zu können, indem es schon Tote gab. Selbst US-Außerministerin Hillary Clinton hofft, dass der Staatschef von Costa Rica dem Putsch in Mittelamerika ein halbwegs vernünftiges Ende bereiten kann.