Bolivien gehört zu den herausragenden Reisezielen für Bergsteiger, die in Südamerika „andinistas“ heißen. Daneben ist das Land ein Eldorado für Trekker, denn die meisten Trecks in den Anden von Bolivien sind nicht viel mehr als ausgedehnte Wanderung, allerdings oft auf steilen Wegen. Die meisten Wanderrouten im Hochland Boliviens liegen auf einer Höhe zwischen 3.000 und 5.000 Meter.
Die extreme Höhenlage bedeutet für den Trekker oder Wanderer, dass er sich vor dem Start an die Höhe akklimatisieren muss, denn der Körper braucht eine gewisse Zeit, um ausreichend rote Blutkörperchen zu produzieren. Ein europäischer Tourist sollte nie vergessen, dass alle Orte und Wege im Hochland von Bolivien etwa 2.000 Meter höher liegen als in den Alpen. Die dünne Höhenluft in den Anden kann zu Atemnot, Übelkeit und Kopfschmerzen, das heißt zur Höhenkrankheit führen.
Über die Dauer einer Trekkingtour sollte sich der Wanderer ganz genau informieren, wenn er ohne Bergführer in den Anden Boliviens unterwegs sein will. Die zurückzulegenden Strecken stehen in keinem Verhältnis zur Wanderzeit, da die Wege ständig zwischen Auf- und Abstieg wechseln und das Gepäck die Wandergeschwindigkeit zusätzlich verringert. Klar sollte man sich auch darüber sein, dass der Tag und die Nacht in der Nähe des Äquators etwa gleich lang sind. Gegen 18 Uhr beginnt die Nacht, die zwölf Stunden dauert. Bis zu diesem Zeitpunkt sollte man das Ziel seiner Tagesetappe erreicht haben.
Dazu kommen die extremen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Während sich die Temperatur am Tag zwischen 18 und 24 Grad Celsius bewegt, sinkt sie in der Nacht oft unter null Grad. Leichte Thermounterwäsche, warme Kleidung und eine Daunenjacke gehören zur unverzichtbaren Ausrüstung auf einer Trekking-Tour in Bolivien.