Das Ringen um die Macht in Honduras zwischen dem gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya und dem Putschistenführer Roberto Micheletti geht in die nächste Runde. Óscar Arias, der Staatschef von Costa Rica, bemüht sich weiter darum, zwischen den verfeindeten Parteien zu vermitteln. Der Friedensnobelpreisträger schlägt für die mittelamerikanische Krisenrepublik eine Einheitsregierung vor.
Sein Plan sieht vor, dass die Ministerien von Mitgliedern der beiden Konfliktparteien gemeinsam geleitet werden. Politische Beobachter schätzen die Chancen für eine Einigung als sehr gering ein. Der Ex-Präsident Zelaya besteht nach wie vor darauf, so rasch wie möglich nach Honduras zurückzukehren und arbeitet dafür verschiedene Pläne aus. Der Ex-Staatschef war am 28. Juni 2009 von der Armee ins Ausland verschleppt worden, weil er eine Volksbefragung über mögliche Verfassungsänderungen geplant hatte. Das Parlament wählte anschließend Roberto Micheletti zu seinem Nachfolger.
Die internationale Staatengemeinschaft verurteilte den Putsch und erkennt die neue Regierung nicht an. Zelayas Außenministerin Patricia Rodas verkündete in der bolivianischen Hauptstadt La Paz erneut ein Ultimatum und bekräftigte dabei, dass Zelaya bald nach Honduras reisen und eine Alternativregierung bilden werde. Wenn die Putschisten bis Samstag, den 18. Juli 2009 nicht zurücktreten, werde Zelaya schärfere Maßnahmen ergreifen, um sich die Macht in Honduras auf legalem Wege zurückzuholen.
In der Hauptstadt Tegucigalpa kam es unterdessen wieder zu Protestkundgebungen der Anhänger des Ex-Präsidenten. Die neue Regierung verhängte daraufhin eine Ausgangssperre. Honduras ist inzwischen zum größten Teil militarisiert und von Belagerungszuständen gekennzeichnet. Micheletti will auf jeden Fall bis zu den Präsidentschaftswahlen im November 2009 weiterregieren. Der Präsident von Venezuela Hugo Chávez warnte unterdessen vor einem Bürgerkrieg in Honduras und beschuldigte die USA, den Staatsstreich unterstützt zu haben.