Letzte Woche haben in Uruguay die Vorwahlen für die im Herbst stattfindete Präsidentschaftswahl stattgefunden. Bei diesen ging es insbesondere darum, zu evaluieren welcher Kandidat in welcher Partei der aussichtsreichste ist, aber auch darum eine erste Tendenz zu sehen. Sieger der Wahl war der Neoliberale Luis Alberto Lacalle gefolgt von dem ehemaligen linken Guerillero José Mujica.Da der amtierende Präsident Tabaré Vázquez Rosas aufgrund der uruguayischen Verfassung nicht mehr kandidieren darf, gilt die Wahl als spannend. Vásquez Rosas war der erste Präsident des uruguayischen Linkbündnisses und ist erst seit 4 Jahren im Amt. Er hat erste linke Reformen eingeleitet, ohne dabei eng mit Chavez zu kooperieren. Das Linksbündnis in Uruguay ist relativ gespalten. Es besteht zum größeren Teil aus “gemäßigten” Chavez-Anhängern, gefolgt von liberalen Sozialdemokraten. Die dritte gruppe, die Linksradikalen, sind während der Regierungszeit aus diesem Bündnis ausgestiegen.
Die beiden aussichtsreichsten Präsidentschaftskandidaten aus Uruguay sind nun unterschiedlicher wie selten zuvor. Auf der einen Seite der 67 jährige neoliberale Luis Alberto Lacalle, der zurück zum System der 90er Jahre will. Sein erklärtes Ziel ist es die linken Reformen zu stoppen.
Auf der anderen Seite kandidiert der ehemalige Stadtguerillero José “Pepe” Mujica der einer der Führer der Tupamaros war, die sich damals gegen die uruguayische Militärdikatur anfangs friedlich, später auch mit Waffengewalt auflehnten. Der nun schon 74jährige Mujica, saß 14 jahre seines Lebens deshalb im Gefängnis und hat keine richtige Ausbildung (angelernter Blumenzüchter), sitzt aber schon seit geraumer Zeit im Parlament. Obwohl er eher Chavez-freundlich ist, beschwört er derzeit seine Partei zur Einigkeit. Er weiss, dass es nur die Wahl gewinnen kann, wenn er auch die linksliberalen auf seine Seite ziehen kann.
Bleibt abzuwarten was im Oktober bei der Wahl rauskommt. Entweder wird der gemäßigte Linkskurs von Uruguay etwas verschörft oder aber das Land geht zurück zum Neoliberalismus der 90er Jahre. Eine Mittellösung scheint momentan undenkbar.