Am Sonntag, den 19. Juli 2009 scheiterte trotz internationaler Unterstützung für erste der Plan des Präsidenten von Costa Rica, Óscar Arias, die Krisenrepublik Honduras mit einer Einheitsregierung zu beruhigen. Selbst der Friedensnobelpreisträger Arias befürchtet nun für Honduras ein gewaltsames Ende. An der Spitze der vorgeschlagenen Einheitsregierung sollte Manuel Zelaya stehen, der am 28. Juni 2009 von der Armee ins Ausland gebracht und durch den Parlamentspräsidenten Roberto Micheletti ersetzt worden war.
Zelaya möchte so schnell wie möglich wieder nach Honduras zurückkehren, was die rechten Putschisten jedoch strikt ablehnen. Wird der Konflikt nicht bald in einem friedlichen Dialog gelöst, kann in dem mittelamerikanischen Staat offene Gewalt ausbrechen. Schon vor zwei Wochen erschoss ein Soldat einen unbewaffneten Demonstranten, als Zelayas Versuch der Landung in Honduras scheiterte. In den kommenden Tagen sind wieder Protestmärsche geplant – die Anhänger des Ex-Präsidenten wollen Straßen sperren und am Donnerstag und Freitag in ganz Honduras streiken.
Manuel Zelaya sagte in seinem Zwangsexil in Nicaragua, dass er und seine Parteigänger damit begonnen hätten, den inneren Widerstand für seine Rückkehr zu organisieren. Außerdem werde er den Putschisten gegenüber keinerlei Zugeständnisse machen. Die Umstürzler müssten bestraft werden, damit der ganzen Welt klar werde, dass so etwas nicht wieder passieren darf.
Die weltweit isolierte neue Regierung unter der Führung von Micheletti will hart durchgreifen und besetzt strategisch wichtige Gebiete mit Einheiten der Armee. In der Hauptstadt Tegucigalpa herrscht in der Nacht wieder Ausgangssperre. Die Putschisten wollen Zelaya, im Falle seiner Rückkehr nach Honduras, verhaften. Im Gegenzug verschärft der Westen seinen Druck auf die Putschregierung: der Botschafter der Vereinigten Staaten Hugo Llorens forderte Micheletti und sein Übergangskabinett auf, zurückzutreten und Zelaya wieder als Präsidenten einzusetzen. Auch die EU hat reagiert und am Montag, den 20. Juli 2009 ihre Finanzhilfen von 65,5 Millionen Euro vorübergehend ausgesetzt.