Knapp einen Monat nach dem Putsch in Honduras ist der gestürzte Präsident Manuel Zelaya kurz in sein Heimatland zurückgekehrt. Am Freitagabend, den 24. Juli 2009, überschritt er zu Fuß die Grenze zwischen Nicaragua und Honduras. Eine Stunde später kehrte er unbehelligt nach Nicaragua zurück, obwohl ihm die Putschisten seine sofortige Verhaftung angekündigt hatten, sollte er den Boden seiner Heimat betreten.
Zelaya war nicht allein gekommen: eskortiert wurde er von einem Konvoi, in den sich unter anderen Venezuelas Außenminister Nicolás Maduro und der ehemalige Sandinistenkommandeur Edén Pastora einreihten. Zelaya hatte im Vorfeld erklärt, dass er ohne Waffen zurückkehren werde. Am Grenzübergang Las Manos sagte er, dass er seine Familie erwarte und ein Gespräch mit der Armeeführung verlange. Außerdem betonte der Ex-Staatschef, die Putschisten könnten nicht gegen einen vertriebenen Präsidenten und das Volk regieren.
Bei seinem ersten Rückkehrversuch am 5. Juli 2009 versuchte Zelaya mit einem Learjet in Tugucigalpa zu landen, doch seine Gegner ließen die Landepiste sperren und auf Demonstranten schießen, die unbewaffnet waren. Nicht nur diese Angriffe verurteilt eine Menschenrechtsdelegation der Organisation Fian International schwer. Fian-Vertreter prangern massive und widerrechtliche Übergriffe der Putschisten gegen die Zivilbevölkerung an. Laut Fian und Angaben der Polizei befinden sich über 1.200 Bürger im Gefängnis, weil sie gegen die Ausgangssperre verstoßen hätten.
Vertreter von Fian fordern, dass die internationale Gemeinschaft jegliche Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen in Honduras beenden muss, solange die Menschenrechtsverletzungen andauern. Aus den Vereinigten Staaten von Amerika kommen dagegen kritische Stimmen, die Zelayas Konfrontationskurs nicht billigen. So kritisierte die US-Außenministerin Hillary Clinton Zelayas Grenzübertritt als rücksichtslos. Diese Vorgehensweise werde nicht dazu beitragen, die demokratische und verfassungsmäßige Ordnung in Honduras wiederherzustellen.