Chile gliedert sich in fünf unterschiedliche Großlandschaften, die auch dementsprechend fünf sehr unterschiedliche Biotope darstellen: der Norden des südamerikanischen Landes wird von Wüsten- und Gebirgsvegetation beherrscht, in dem die vier Kamelarten Lama, Guanako, Alpaka und die Vikunja leben. Raubvögel wie der Andenkondor jagen im Gebirge und den Trockensteppen, Flamingos halten sich gerne an den Salzseen auf.

An den fischreichen Pazifikküsten leben Pelikane und Guanovögel. In Mittel- und Südchile, wo es mehr Niederschläge gibt, haben Waldtiere wie Füchse, Pumas sowie die Andenhirsche und Andenrehe ihre Heimat gefunden. Zahlreiche Vogelarten haben sich in den Tälern und an den Seen niedergelassen – dazu zählen unter anderen Falken, Ibisse und Felsensittiche. Seelöwen und Pinguine lieben die Küsten Patagoniens. Auch Raubmöwen und Seeschwalben sind dort Zuhause.

Besonders interessant ist Chile für Reisende, die sich für die Botanik interessieren und sich für Pflanzen begeistern. In der Wüste dominieren riesige Kakteen und Dornengewächse. Wer sich durch die Urwälder im Süden von Chile seinen Weg bahnt, bekommt in etwa eine Vorstellung davon, wie es vor circa 2.000 Jahren in Europa ausgesehen haben mag. Es gibt dort gigantische Baumfarne, bemooste Baumstämme und viele Sümpfe.

Es wachsen dort unter anderen die Südzypresse, die Südbuche, die Südeiche, die schirmförmige Araukarie mit ihren Kandelaberästen sowie kerzengerade Alerce-Bäume. Doch der Urwald von Chile ist mannigfaltig bedroht: an vielen Orten wurde der Dschungel abgeholzt und durch Viehweiden oder ausgedehnten Kiefernplantagen ersetzt. Aber immer mehr Chilenen werden sich dessen bewusst, über wie viele einzigartige Naturschätze ihr Land verfügt. Inzwischen gibt es fast 100 Naturreservate und Nationalparks in Chile, die rund 14 Millionen Land schützen. Der Schutz der Natur umfasst heute immerhin fast 20 Prozent der Fläche Chiles.