Mit bis zu 90 Kilometer pro Stunde tauchen die Klippenspringer von Acapulco aus 35 Metern Höhe in die Wellen ein. Um sich nicht ihre Finger zu brechen, müssen sie kurz vor dem Eintauchen ihre Hände zu Fäusten ballen. Dennoch kommt es immer wieder zu schweren Verletzungen – besonders oft zerreißt es das Trommelfell, wenn die Springer zu tief ins Wasser tauchen. Die Männer am Rande des Abgrunds sind seit 75 Jahren ein touristisches Highlight in Mexiko und zudem ein gutes Geschäft. 03

Die Extremsportler springen von einem Felsplateau ab, auf dem eine blaue Gebetssäule errichtet wurde, zu Ehren der Jungfrau von Guadeloupe, einer Marienerscheinung aus dem 16. Jahrhundert, die in Mexiko als Nationalheilige verehrt wird. Der Felsen fällt senkrecht ab, 35 Meter tief in die Quebrada, eine enge Schlucht, die unten nur vier Meter breit ist. Bevor es zur Absprungkante geht, küssen die Sprungartisten die Jungfrau.

In vielen Reisführern werden die tollkühnen Männer nur Todesspringer genannt. Das Spektakel findet jeden Tag um die Mittagszeit und am Abend statt. Der Eintritt kostet 35 Pesos – etwa 3 Euro. Den besten Blick haben die Zuschauer von der unteren Aussichtsterrasse. Der mexikanische Touristenort Acapulco lebt hauptsächlich von Kreuzfahrern und Besuchern aus Mexiko-City, die am Wochenende dreieinhalb Stunden Autofahrt auf sich nehmen, um die Klippenspringer live zu erleben.

Die Könige der Lüfte absolvieren zwei bis sechs Sprünge pro Tag. Keiner kommt ohne Blessuren davon: Löcher in den Trommelfellen, Brüche des Schlüsselbeins, der Handgelenke, Schulter oder Finger gehören zu den häufigsten Verletzungen. Schürfwunden, Prellungen oder Quetschungen erwähnen die Todesmutigen schon gar nicht mehr. Weiter Informationen zu dem Spektakel gibt es im Internet unter www.clavadistasdelaquebrada.com oder beim Mexikanischen Fremdenverkehrsamt unter www.visitmexico.com.