Seit mehr als einem Monat herrschen nun die Putschisten in Honduras. Am Donnerstag den 30. Juli 2009 setzten Soldaten und Polizisten Tränengas gegen Demonstranten ein, die gegen den Staatsstreich und für die Rückkehr des gestürzten Expräsidenten Manuel Zelaya auf die Straße gingen. Die Staatsmacht ging auch mit Knüppeln und scharfer Munition gegen die Anhänger Zelayas vor.

Der 38-jährige Lehrer Roger Vallejo wurde von einem Schuss am Kopf so schwer verletzt, dass nicht sicher ist, ob er diese Verletzung überleben wird. 25 weitere Demonstranten wurden zum Teil ebenfalls schwer misshandelt – dem Präsidentschaftskandidaten der Opposition, Carlos Reyes, wurde ein Arm gebrochen. Die Polizei nahm mindestens 88 Demonstranten fest. Der Gewerkschaftsführer Juan Barahona sprach in einer Fernsehsendung von der bis jetzt brutalsten Repression in Honduras.

Die Verhafteten sind Anhänger von Zelaya, die sich seit Wochen mit Streiks, Kundgebungen und Blockaden für eine Rückkehr des Expräsidenten nach Honduras einsetzen. Der bis 2011 gewählte Staatschef war am 28. Juni von den Putschisten nach Costa Rica verschleppt worden, weil er angeblich die Verfassung gebrochen hatte. Der ehemalige Parlamentspräsident Roberto Micheletti wurde vom Parlament zu seinem Nachfolger bestimmt.

Mit der Hilfe des Militärs verhindern die Putschisten seitdem die Rückkehr von Zelaya nach Honduras. Die Europäische Union, die Vereinten Nationen und die Vereinigten Staaten von Amerika erkennen das neue Regime nicht an und fordern eine Wiedereinsetzung von Zelaya ins Präsidentenamt. Zwei Versuche von Zelaya nach Honduras zurückzukehren, scheiterten. An der Grenze zu Nicaragua haben die Putschisten eine Ausgangssperre angeordnet.

Zelaya plant momentan in Nicaragua eine friedliche Volksmiliz aufzustellen. Sein Hauptquartier richtete er in der Ortschaft Octeal ein. Außerdem will Zelaya seinen Nachfolger Micheletti und den Armeechef Romeo Vásquez beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag wegen Verbrechen gegen die Menschenrechte verklagen.