Drei mächtige Flüsse – Essequibo, Demerara und Berbice – bestimmen das Leben in Guyana. Sie bilden die Hauptverkehrsadern in den Regenwald, das Bergland und in die Savannen im Landesinneren dieses exotischen Staats im nördlichen Südamerika. Etwa 90 Prozent der Einwohner des dünn besiedelten Landes leben auf dem schmalen Küstenstreifen, der aus Schwemmland und Flussdeltas besteht.
Die Hauptstadt von Guyana, Georgetown, liegt unterhalb des Meeresspiegels am Ostufer des Demerara. Die breiten Avenuen werden von Kolonialgebäuden aus tropischen Hartholz dominiert. Über die Häuser erheben sich die mächtige anglikanische Kathedrale St. George`s sowie der ausdrucksvolle Turm des riesigen Stabroek Market ab. In seinen Markthallen gibt es einfach alles, von frischem Gemüse bis hin zu Goldschmuck.
Die Hauptattraktion von Guyana, die Kaieteur Falls sind ein wahrer Superlativ: Nirgendwo stürzt das Wasser in einer Etappe tiefer als hier, nämlich 226 Meter. Der Wasserfall ist auf verschiedenen Wegen zu erreichen. Entweder fährt der Besucher bis zur Bauxitminenstadt Linden und geht von dort durch den Dschungel bis zum Potaro. Von dort geht es vier Tage mit dem Boot weiter, bis das Ziel erreicht ist. Oder man fährt bis nach Kangaruma, was allerdings nicht in allen Jahreszeiten möglich ist. Der Aussichtspunkt ist nur wenige Meter von den Wasserfällen entfernt.
Am oberen Flusslauf des Rupununi geht der tropische Regenwald ziemlich unerwartet in eine von einer Bergkette gesäumte Savanne über. Auf den großen Grasflächen treiben die Cowboys das Vieh zusammen. Ein Flug über den Dschungel nach Lethem an der brasilianischen Grenze bringt den Touristen direkt ins Zentrum dieser Region. Mit dem Jeep kann man zur Dadanawa Ranch fahren, von wo aus Reitausflüge in das Bergland von Guyana möglich sind. Das Abendessen wird am Lagerfeuer serviert und die Nacht unter freiem Himmel verbracht. Für Menschen, die die Natur lieben und Vögel beobachten wollen, ist die Gegend das reinste Paradies.