Das kleine subtropische Land im Herzen von Südamerika ist von den Nachbarn Brasilien, Argentinien und Bolivien umringt. Der Fluss Paraguay teilt das Land in zwei verschiedene Hälften: in den fruchtbaren Osten, in dem die Mehrheit der einheimischen Bevölkerung lebt, und in die kargen Chaco-Tafelländer des Westens, in dem sich einzelne mennonitische Farmer und Indianer niedergelassen haben. Der Río Paraguay fließt in den Río de la Plata und verbindet durch seine Wassermassen Paraguay mit Argentinien und Uruguay.

Wie in den meisten südamerikanischen Großstädten prägen auch in Asuncíon die Gegensätze das Bild der Metropole. Die Hauptstadt bietet neben schläfriger Eleganz nobler Gebäude aus der Kolonialzeit auch luxuriöse Einkaufsstraßen mit Boutiquen, wie sie auch in Paris oder München zu finden sind. Auf dem Plaza de los Héroes zieht vor allem das Panteón Nacional de los Héroes die Blicke der Touristen auf sich, in dem sich die Grabmäler der beiden López-Präsidenten sowie eine kleine Urne mit der Asche des Diktators Francia befinden.

Wer von der Hauptstadt von Paraguay auf der Carretera Mariscal Estigarribia nach Osten fährt, erreicht nach etwa 20 Kilometern Capiatá, wo sich 1640 die ersten Jesuiten angesiedelt hatten. In der Kathedrale befindet sich eine Skulptur aus dem 17. Jahrhundert, die von den Guaraní-Indianern hergestellt wurde. Nach weiteren zehn Kilometern Fahrt in Richtung Osten stößt der Besucher auf die Stadt Itauguá, die für die Herstellung von filigranen Spitzen berühmt ist.

Wer in Paraguay viel Geld besitzt, erholt sich gerne im Kurort San Bernadino, der am Ypacaraí-See liegt und etwa 55 Kilometer östlich von Asuncíon liegt. Nach weiteren 24 Kilometern erreicht der Reisende den Wallfahrtsort Caacupé, den die Pilger am 8. Dezember besuchen, die zur Buße schwere Steine auf dem Kopf tragen. Am Ende der Carretera Mariscal Estigarribia befindet sich Ciudad el Este, eine Stadt, die am Reißbrett entstanden ist. Da die Stadt in der Nähe der brasilianischen Grenze liegt, kommen viele Schnäppchenjäger aus dem Nachbarland hierher, um Elektronikgeräte, Uhren und andere Luxusartikel zu kaufen. Kulturell hat die Stadt kaum etwas zu bieten.