Touristen die sich für Technik und Astronomie interessieren, wissen bei der Abkürzung VLT sofort, um was es sich dabei handelt: Very Large Telescope steht für die geballte Hochtechnologie, die sich auf dem 2.600 Meter hohen Wüstenberg Cerro Paranal, etwa 130 Kilometer südwestlich von Antofagasta befindet. Die Anlage im Norden von Chile schaltet vier Hohlspiegel von jeweils 8,20 Meter Durchmesser und drei Hilfsteleskope zum leistungsfähigsten Observatorium der Welt zusammen.
Gesteuert wird das Wunder der Technik von der Zentrale der europäischen Astronomie-Organisation ESO in Garching bei München. Wer als Besucher in das Universum blicken will, sollte sich schon Monate zuvor anmelden. Der Andrang an den seltenen Besuchstagen – jeweils die beiden letzten Wochenenden des Monats, außer im Dezember – ist gewaltig. Für die Anfahrt müssen die Gäste selbst sorgen. Reservierungen sind unter folgender Internetadresse möglich: www.eso.org/paranal/site/visitors
Sehenswert im Norden von Chile ist auch die Salpetermine Chacabuco. Die Geisterstadt, in der einmal rund 4.000 Menschen lebten, wird nur noch von einem einsamen Wächter bewacht und steht heute unter Denkmalschutz. Einst befand sich hier eine moderne Salpetermine mit allen Annehmlichkeiten einer Kleinstadt wie Stadtpark, Theater und Kirchen. Als sich der Abbau von Salpeter nicht mehr lohnte, versank das Städtchen in einen Tiefschlaf, aus dem es erst wieder erwachte, als die Militärdiktatur ein Gefangenenlager in Chacabuco einrichtete.
Wer sich für die Naturschönheiten von Chile begeistert, sollte auf jeden Fall eine Rundfahrt durch die vier großen Schutzgebiete auf über 4.000 Meter buchen. Vom Parque Nacional Lauca führt eine Schotterstraße zum Surire-Salzsee, in dem Hunderte rosaroter Flamingos nisten. Heiße Naturthermen und Geysire gehören zu den Höhepunkten der Fahrt, die schließlich durch den Park Nacional Volcán Isluga und wieder hinunter in die Wüste nach Arica oder Iquique führt.