Präsident Luiz Inácio Lula de Silva will, dass von den gewaltigen Ölvorkommen, die in Brasilien entdeckt worden sind, vor allem die Bürger Brasiliens profitieren und nicht ausländische Konzerne. In einer Pressekonferenz, die Lula zusammen mit seiner Kabinettschefin Dilma Russeff abhielt, schwärmte er von einem gigantischen Projekt, als er auf Brasiliens neuen Reichtum zu sprechen kam, der allerdings noch tief unter dem Meer lagert.

Lula verkündete: „Das ist ein neuer Unabhängigkeitstag. Brasilien wird sich in eines der Länder mit den größten Ölreserven der Welt verwandeln.“ Anlass zu dieser Euphorie geben gewaltige Ölfelder, die der staatliche Ölkonzern Petrobras in bis zu 6.000 Metern Tiefe im Atlantik entdeckte. Vor dem Bundesstaat Santi Espíritu und den Küsten von Rio de Janeiro und Sao Paulo befindet sich so viel Öl, dass sich damit mehr als 50 Milliarden Fässer füllen lassen. Nach Beginn der Ölförderung in den neu entdeckten Gebieten, könnte Brasilien insgesamt etwa 100 Milliarden Barrel im Jahr fördern.

Brasilien würde sich dann in Augenhöhe mit Ölmächten wie Iran, Venezuela, Saudi-Arabien und Kanada befinden. Seine derzeitige Fördermenge könnte der südamerikanische Staat von derzeit zwei auf vier Millionen Fässer verdoppeln. Präsident Lula warnt allerdings auch vor den Gefahren des Ölreichtums: „Wir haben das große Los gezogen. Das Geschenk Gottes kann sich allerdings in einen Fluch verwandeln, wenn wir nicht die richtigen Entscheidungen treffen.“

Lula möchte eine weitere Staatsfirma mit dem Namen Petrosal gründen, die die künftigen Verträge für die Ölförderung aus den neuen Quellen verwalten soll. Es ist geplant, dass sich nur diejenigen ausländischen Investoren mit dem geeigneten Know-how beteiligen dürfen, die dem Land Brasilien den größten Anteil am geförderten Öl überlassen. Eigene Konzessionen für private Unternehmen soll es nicht geben.

Der staatliche Ölkonzern Petrobras wird mit 50 Milliarden Dollar ausgestattet, um die extrem aufwendigen und teuren Ölbohrungen bezahlen zu können. Die Einkünfte aus den neuen Ölvorkommen will Lula in die Forschung, die Erziehung und die Bekämpfung der Armut stecken. Lula beteuerte: „Wir wollen, dass sich Brasilien in ein reicheres und entwickelteres Land verwandelt.“