Die gewalttätigste Stadt der Welt heißt Ciudad Juárez und ist die Front im Krieg der mexikanischen Regierung und der Armee gegen die Kartelle der Drogenbarone. Ciudad Juárez, eine Grenzstadt im Norden von Mexiko, liegt im Bundesstaat Chihuahua. Allein in diesem Jahr sind hier etwa 1.500 Menschen umgebracht worden. Rund 1,5 Millionen Einwohner leben mit der täglichen Gewalt.

Ciudad Juárez hat sich zu einem Symbol entwickelt für den verzweifelten Kampf, den der Präsident von Mexiko, Felipe Calderón gegen die Rauschgiftbanden führt. Als er vor knapp drei Jahren sein Amt antrat, versprach er, die mexikanischen Drogenkartelle zu besiegen. Sie sind inzwischen zu den mächtigsten der Welt aufgestiegen und liefern Kokain, Methamphetamine und Marihuana in die Vereinigten Staaten von Amerika. Joaquín Guzmán, der Pate des Kartells von Sinaloa, gehört inzwischen zu den tausend reichsten Menschen auf dem Globus, mit einem geschätzten Vermögen von mehr als einer Milliarde Dollar.

Die Drogenbarone, auch „Narcos“ genannt, hatten schon immer gute Beziehungen zur Politik. Ihre Geschäftspartner sind und waren Gouverneure, Bürgermeister und Polizeichefs. Der Präsident von Mexiko kann in seinem Kampf niemandem vertrauen und setzt deshalb gegen den Rauschgifthandel die Armee ein. Er verteilte 45.000 Soldaten und Bundespolizisten in ganz Mexiko. Die Soldaten verhaften Drogenbosse und Bürgermeister, sie zerstören Rauschgiftlabore und Drogenlager.

Seit März 2009 sind allein 8.000 Soldaten und Bundesagenten in Ciudad Juárez stationiert, die gemeinsam mit der städtischen Polizei durch die Straßen patrouillieren. Der Bürgermeister der Stadt heißt José Reyes Ferriz. Er wird von sechs Leibwächtern bewacht und sein Dienstfahrzeug ist ein gepanzerter Chevrolet Suburban. Besonders stolz ist der Stadtchef darauf, die Polizei in Ciudad Juárez auf Vordermann gebracht zu haben. Als er sein Amt antrat, sei die Polizei, wie in vielen Städten in Mexiko,  von den Kartellen gekauft gewesen und habe sich geweigert ihre Arbeit zu tun. Natürlich kann auch José Reyes Ferriz nicht verhindern, dass erneut Polizisten die Seite wechseln. Doch er beteuert: „Aber es wird bestimmt nie mehr wie vorher“.