„Wir werden nicht schweigen. Für jede Tür, die sich schließt, tun sich neue Türen auf“, schrieb die kubanische Bloggerin Miriam Celaya. Der Grund für den Eintrag in ihrem Blog war die Schließung des Portals „Voces Cubanas“. Das kubanische Regime hatte offenbar einen Filter installiert, der den Aufbau der Seite so sehr verlangsamte, dass es einer Sperrung gleich kam. Noch gibt es nicht viele Kubaner, die derart offen gegen die sozialistische Regierung in Kuba protestieren wie Miriam Celaya.

Wegen ihrer mutigen Veröffentlichungen hat sich von anderen Bloggern, die in Kuba aktiv sind, vor kurzem für ihre Internetseite „Sin Evasión“ einen Preis für den besten journalistischen Info-Blog des Landes erhalten. Das ist nur ein Beispiel dafür, wie gut die Blogger heutzutage auch in Kuba vernetzt sind, obwohl die kubanische Bloggerszene noch relativ jung ist. Die Autoren kämpfen allerdings immer noch mit Einschränkungen und wie schlechten und teuren Zugängen zum Internet sowie der Überwachung des Regimes.

Trotzdem lässt sich die Kritik an den Zuständen in Kuba nicht völlig ausschalten. Ricardo Margolles, der auf Mallorca lebt, und mit 65 Jahren der älteste exilkubanische Blogger ist, kritisiert die kubanischen Machthaber ganz offen: „Die kubanische Regierung überwacht ihre Bürger, indem sie sich mit den Bewegungen verbündet, die sie nicht kontrollieren kann, aber bei den Blogs geht das nicht.“

Die Bloggerszene in Kuba lässt sich grob in drei Gruppierungen einteilen. Den kritischen „alternativos“ stehen die Anhänger der Regierung, die „oficialistas“ gegenüber. Die dritte Gruppe besteht eher aus unpolitischen Bloggern. Die bekannteste Vertreterin der „alternativos“ ist Yoani Sánchez. Sie betreibt den Blog „Generación Y“, der in 17 Sprachen erscheint. In Kuba ist ihr Blog gesperrt, die Autorin wird überwacht, obwohl Sánchez immer wieder hervorhebt, keine Dissidentin zu sein. Sie beschreibe einfach den skurrilen Alltag in Kuba. Miriam Celaya dagegen bezeichnet sich offen als Kritikerin des kubanischen Regimes.