Der gestürzte Präsident von Honduras, Manuel Zelaya, ist am Montag, den 21. September 2009, nach Honduras zurückgekehrt und verschanzt sich seitdem in der brasilianischen Botschaft. Der Ex-Präsident war auf geheimen Wegen in seine Heimat gereist, um einer drohenden Verhaftung durch die Putschisten, unter der Führung von Roberto Micheletti, zu entgehen. Trotz der verhängten Ausgangssperre versammelten sich Hunderte Anhänger Zelayas vor der Botschaft Brasiliens.

Die Polizisten griffen am Dienstag die Demonstranten mit Knüppeln und Tränengas an – es soll Verletzte und angeblich zwei Tote gegeben haben. Im Inneren der Botschaft sprach Manuel Zelaya unterdessen mit Unterhändlern und Journalisten. Der Ex-Präsident bekräftigte seine Absicht in Honduras bleiben zu wollen: „Ab jetzt holt mich niemand mehr aus meinem Land. Unsere Position heißt Vaterland, Wiedereinsetzung oder Tod.“ Sein Ziel ist die Rückkehr in den Präsidentenpalast, den seit dem Staatsstreich vom 28. Juni 2009, sein Widersacher Micheletti besetzt hält.

Manuel Zelaya, der bis 2010 gewählt worden war, sagte zu den Pressevertretern: „Meine Rückkehr ist ein Vorschlag zur Lösung, um die Probleme von Angesicht zu Angesicht zu bewältigen.“ Er wolle die Demokratie in Honduras wieder herstellen. Momentan sei sein Land international isoliert und befinde sich in einer Wirtschafts- und Sozialkrise. Seine Gegner wollen Zelaya vor Gericht stellen und ihn wegen des Bruchs der Verfassung und Vaterlandsverrat anklagen. Micheletti forderte Brasilien auf, Zelaya auszuliefern.

Brasilien denkt allerdings nicht daran Manuel Zelaya an seine Feinde auszuliefern. Der Außenminister des südamerikanischen Landes Celso Amorim warnte die Putschisten: „Wenn dem Präsidenten Zelaya oder unserer Botschaft etwas passiert, dann wäre das eine Verletzung internationalen Rechts.“ Von der Rückkehr Zelayas nach Honduras wurden Micheletti und seine Anhänger überrascht. Es wird vermutet, dass der Ex-Präsident mit einem Flugzeug der venezolanischen Luftwaffe zurückgekehrt sei. Präsident Hugo Chávez war der Erste, der Zelayas Coup verkündete.