Seit dem Putsch gegen den Präsidenten von Honduras, Manuel Zelaya, müssen die Krankenhäuser in dem lateinamerikanischen Land immer mehr Verletzte versorgen. Die meisten von ihnen sind Anhänger des Ex-Präsidenten. Auch häuft sich die Zahl der Toten, die entweder erschossen wurde oder zu Tode geknüppelt wurden. Schon vor Wochen sagte der Hilfsmediziner Brent Hambrick: „Hier kannst du sehen, in welchem Zustand sich unser Land befindet.“
Inzwischen wurden Hunderte Verhaftete von der Polizei und der Armee in einem Sportstadion eingesperrt. Die Vorgänge erinnern an die Vorgänge in Chile, als Pinochets Schergen die Bevölkerung auf die gleiche Art und Weise terrorisierten. Menschenrechtler sind fassungslos über die Unterdrückung und die Zensur in Honduras. Der Flugverkehr ist eingestellt, die Straßen befinden sich in der Gewalt der Armee. Der gestürzte Staatschef Zelaya hält sich seit seiner geheimen Rückkehr immer noch in der brasilianischen Botschaft auf.
Manuel Zelaya analysiert die politische Lage in Honduras wie folgt: „Wir sind mit Dialog und Frieden gekommen, sie haben uns mit Schüssen, Tränengas und Unterdrückung empfangen. Wir suchen das Gespräch, ihre Antwort ist Krieg.“ Die Putschisten wollen sich auf der einen Seite zwar mit Zelaya an einen Tisch setzen, auf der anderen Seite planen sie allerdings ihn wegen mehre Delikte vor Gericht zu stellen und einzusperren. Der Putschisten-Führer Roberto Micheletti ist sich keines Unrechts bewusst: „Ich bin nahe bei Gott und werde von der Verfassung geschützt.“
Doch der internationale Druck auf das Regime von Roberto Micheletti wird immer größer. Die USA, die Europäische Union, die UN sowie die Organisation Amerikanischer Staaten fordern immer wieder die Rückkehr von Manuel Zelaya in den Präsidentenpalast. Inzwischen ist selbst die Wirtschaftselite des Landes sehr beunruhigt über die düsteren Zeiten, die in Honduras angebrochen sind. Das lateinamerikanische Land verliert wegen Blockaden und Wirtschaftssanktionen mehr als 20 Millionen Euro – und das jeden Tag.