Inmitten des 424 Quadratkilometer großen Gatún-Stausees erhebt sich die einzigartige Insel Barro Colorado. Sie entstand während der Flutung des Panamakanals, wobei ein Waldgebiet von den Fluten verschlungen wurde und nur noch die Spitze eines ehemals 171 Meter hohen Hügels erhalten blieb – die heutige Isla Barro Colorado. Viele bedrohte Tierarten, konnten sich auf der Insel vor den Wasserfluten retten.

Durch die Isolation der Insel ist für die Tier- und Pflanzenwelt Panamas ein ungestörter Lebensraum entstanden. Isla Barro Colorado ist bereits seit 1923 als biologisches Reservat geschützt und zählt damit zu den ersten Naturschutzgebieten auf dem amerikanischen Kontinent. Die Tierwelt von Panama ist dort mit fast jeder Gattung vertreten – auf der Insel herrscht deshalb eine einmalige Artenvielfalt.

Wissenschaftler haben auf der rund 15 Quadratkilometer großen Insel über 300 Schmetterlingsarten, fast 60 verschiedene Fledermäuse, etwa 40 Schlangen sowie über 350 Vogelarten katalogisiert. Jedes Jahr kommen Biologen aus der ganzen Welt auf die Isla Barro Colorado, um dort zu forschen und nach noch unentdeckten Tierarten zu fahnden. Regelmäßig werden auf der Insel auch neue Pflanzen entdeckt, obwohl bereits fast 1.400 von ihnen bestimmt wurden.

In Panama ist zwar der Ökotourismus auf dem Vormarsch, stößt aber bei diesem Eiland auf Bedenken, neugierige Besucher könnten das biologische Gleichgewicht stören. Dennoch können Touristen die Insel besuchen, wenn sie sich vorher anmelden und 70 Dollar bezahlen. Allerdings müssen sich die Besucher auf lange Wartezeiten einstellen. Nähere Informationen sind unter der Internetadresse des „Smithonian Tropical Research Institute“ www.stri.org zu finden.

Inzwischen bieten auch lokale Reiseveranstalter Bootsausflüge zur Isla Barro Colorado an, bei denen Touristen die einzigartige Flora und Fauna ganz aus der Nähe betrachten können. Die Insel darf allerdings während einer solchen Tour nicht betreten werden. Deshalb fahren die Boote anschließend weiter zur Peninsula de Gigante, auf der eine einstündige Wanderung erlaubt ist. Dabei werden die Besucher oft von Brüllaffen und Totenkopfäffchen misstrauisch beäugt.