Der politische Rocksänger Juanes wurde 1972 in Medellín als Juan Esteban Aristizábal Vázquez geboren. Schon als Kind lernte der kleine Juan Esteban Gitarre spielen. Von seinem Vater und seinen Brüdern erbte er die Liebe zum Bolero und Cumbia. Er wuchs in der Ortschaft Carolina del Prinzipe auf, dessen Dorfplatz inzwischen eine Bronzestatue des berühmtesten Sohnes des Orts ziert. Zu Beginn seiner Karriere spielte er mit seiner Band Hardrock, danach trat er unter dem Künstlernamen Juanes als Solokünstler auf.
Berühmt wurde der Rockstar Juanes im Jahr 2005 mit dem Lied „Camisa Negra“ (Schwarzes Hemd). Inzwischen zählen zu seinem Repertoire Klassiker wie „A dios le pido“ (Ich bitte Gott) und „Sueños“ (Träume), das er den Geiseln der Farc-Guerilla widmete. Der vielfache Grammy-Preisträger ist nicht nur in Kolumbien ein Star, sondern in ganz Lateinamerika und den USA. Seine Stiftung „Mi Sangre“ (Mein Blut), die er nach seinem erfolgreichsten Album benannte, hilft auch Minenopfern, von denen in Kolumbien mehr leben als in jedem anderen Land.
Juanes mischt sich auch in die Politik ein. Am Sonntag, den 20. September 2009 trat er mit 14 Kollegen auf dem „Plaza de la Revolucíon“ auf, um ein politisches Tauwetter zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und den USA mit seinen Liedern und Parolen einzufordern. Vor mehr als einer Million Zuhörern lautete einer seiner Appelle: „Es ist Zeit, den Hass durch Liebe zu ersetzen. Das ist der wunderbarste Traum.“
Scharf kritisierte Juanes die Kubapolitik des Präsidenten von Kolumbien, Àlvaro Uribe und zwischen den Zeilen auch die des amerikanischen Staatschefs Barack Obama. Der Präsident der USA tritt zwar für eine Annäherung an Kuba ein, verlängerte aber gerade das Wirtschaftsembargo um weitere 12 Monate. Obama zeigte sich wegen der Kritik des Sängers nicht nachtragend und teilte mit: „Juanes ist ein großartiger Musiker, der großartige Konzerte gibt.“