Nur einer von vielen ist Hugo Chávez, der wie andere Staatschefs, Venezuela massiv aufrüstet. Er hatte den Iran, Syrien, Libyen, Weißrussland und Russland besucht und Waffen eingekauft: Russland bewilligte der Regierung von Venezuela einen Kredit über 2,2 Milliarden Dollar für den Kauf von 92 Panzern vom Typ T-72 sowie Luftabwehrraketen. In den vergangenen vier Jahren hatte Venezuela bereits Hubschrauber, Militärflugzeuge und Schnellfeuerwaffen im Wert von rund 4,4 Milliarden Dollar in Moskau geordert.
Mehr als doppelt soviel Geld wie Venezuela gibt Brasilien für Waffenkäufe aus. Auch Chile gibt für seine Armee Unsummen aus, um die Bewaffnung auf den neuesten Stand zu bringen. Der Präsident von Brasilien, Luiz Inácio Lula da Silva, vereinbarte erst vor kurzem mit Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy umfangreiche Rüstungsgeschäfte. Die Franzosen liefern die Technik für 50 Hubschrauber und fünf U-Boote der Klasse „Scorpène, von denen eines mit Atomkraft angetrieben wird. Außerdem bestellten die Brasilianer 36 Kampfjets bei den Franzosen. Der gesamte Deal hatte ein Volumen von fast 16 Milliarden Dollar.
Nach Informationen des Instituts für Internationale Strategische Studien in London nahmen die Ausgaben für die Armee in Lateinamerika zwischen den Jahren 2003 und 2008 um 91 Prozent zu. Allein im vergangenen Jahr investierten die Regierungen von Mexiko bis Montevideo rund 47 Milliarden Dollar in ihre Armeen. Das meiste Geld für die Aufrüstung gab Brasilien aus, gefolgt von Venezuela und Kolumbien, sowie von Chile, dessen Streitkräfte über die modernsten Waffen der Region verfügen.
In Brasilien stieg der Verteidigungshaushalt unter der Regierung des Präsidenten Lula da Silva um 50 Prozent, weil die Ausrüstung der Armee nicht mehr den Ansprüchen der modernen Kriegsführung entsprach. Allein im Jahr 2008 gab Brasilien für die Aufrüstung 23 Milliarden Dollar aus – vor allem, um das Amazonas-Gebiet und die Ölfelder vor der Küste besser bewachen zu können. Lula da Silva äußert sich in einem Interview dazu wie folgt: „Öl war schon die Ursache vieler Kriege, und wir wollen keinen Krieg.“