Nur zwei bis drei Autostunden von der Hektik Bogotás können die Hauptstädter und Touristen in die Abgeschiedenheit der Natur und in die ruhige Welt kolonial geprägter Dörfer eintauchen. Entlang der Autopista Norte kommt man schnell ans Ziel. Wer das Abenteuer liebt, kann auch über abgelegene und streckenweise nicht asphaltierte Nebenstraßen nach Villa de Leyva fahren, dem heimlichen Zentrum des Departements Boyacás.

Auf dem Weg nach Villa de Leyva sollte sich der Reisende unbedingt die Felsenlandschaft von Suesca anschauen und den Ort Ráquira, der für seine Keramikkunst berühmt ist, besuchen. Übernachtungsmöglichkeiten bieten einfache Landgasthäuser oder das Kloster „Posada San Augustín“, in dem Augustinermönche leben und arbeiten. Villa de Leyva wurde 1572 gegründet und gehört zu den schönsten Kolonialdörfern des ganzen Kontinents. Im Zentrum liegt der große Plaza Mayor, eingerahmt von weißgetünchten Häusern und einer kleinen Kathedrale.

Westlich von Villa de Leyva liegt Chiquinquirá, der bedeutendste Pilgerort in Kolumbien. Hier verehren die Gläubigen die „Virgen de Rosario“, die Schutzpatronin des südamerikanischen Landes. In der Hauptstadt des Departements Boyacá, Tunja, die im Osten von Villa de Leyva liegt, sind die Wände der Kirchen mit Goldplatt verziert und die Decken der Herrenhäuser schmücken Fabelwesen aus dem Skizzenbuch des deutschen Malers Albrecht Dürer.

Naturliebhaber können sich nicht satt sehen an den Lagunen, die idyllisch eingebettet zwischen den sanft ansteigenden Bergketten und Tälern liegen. Zwiebel- und Kartoffelfelder säumen die Ufer der Lagunen Tominé, Sisga, Fúquene und Cucunubá. Die Küche der Region, in der Fleisch und frisches Gemüse dominieren, ist deftig. Für seine pikant gewürzten Salamis, die „longanizas“, ist der Ort Sutamarchán bekannt.