In Peru wie auch im Hochland von Bolivien sind erste Siedlungen um das Jahr 5.000 vor Christus belegt. Ab 2.000 vor Christus wurden monumentale Bauten errichtet, in deren Nähe sich Siedlungen mit etwa 1.000 bis 1.500 Menschen befanden. Eines der bedeutendsten Zentren entstand um das Jahr 1.000 in Chavín de Huantar, das an der Ostseite der Anden in einer Höhe von 2.500 Metern liegt.

Das herausragende Einzelbauwerk ist eine mit Lehmziegeln gemauerte Anlage, die als El Castillo bekannt ist. Die Forscher gehen davon aus, dass es sich um eine religiöse Kultstätte handelte. Der Niedergang der berühmten Chavín-Kultur, die kunstvolle Töpfereigegenstände und Steinstelen herstellten, wird auf das Jahr 200 vor Christus datiert. Danach begann die Periode der Moche-Kultur, die ihre Blütezeit zwischen 200 vor und 700 nach Christus hatte.

Die Moche beherrschten vor allem die Steinmetzkunst meisterlich. Ihre herrlichen Gefäße zeigen Einzelheiten ihres Alltags, in der auch Gewalt und Erotik nicht fehlen. Außerdem fertigten die Moche Schmuck aus Gold, Silber und Kupfer her. Ihr beeindruckendes Siedlungszentrum in Moche wird von zwei gewaltigen Pyramiden beherrscht. Sie wurden um einen zentralen Platz herum gebaut und heißen „Huaca del Sol“ und „Huaca de la Luna“.

Zur Zeit der Moche breitete sich im Süden Perus die Nasca-Kultur aus, die für ihre rätselhaften Linien im Wüstenboden berühmt ist. Aus der Vogelperspektive ergeben die Linien gewaltige Tierfiguren, die vom Boden aus nicht zu erkennen sind. Um die Bedeutung der Linien ranken sich viele Legenden und Theorien. Aus dem Volk der Wankarani im Norden Boliviens bildete sich die Tiahuanaco-Gesellschaft heraus. Die Tiahuanaco gelten als eines der ersten Völker Südamerikas, die zum Bau großer Gebäude Steine verwendeten. Ihr Hauptzentrum Pukara liegt auf 3.600 Metern Höhe in den Anden.