Durch ein Tor von Carlos Pavón, dem neuen Volkshelden von Honduras, gewann die Fußballnationalmannschaft des lateinamerikanischen Landes am Mittwochabend 1:0 in El Salvador und qualifizierte sich damit zum ersten Mal seit 1982 für eine Fußballweltmeisterschaft. Nationaltrainer Reinaldo Ruedo überhöhte den Triumph, indem er von einem Beitrag für den Frieden sprach, den das Nationalteam geleistet hätte.
Putschistenführer Roberto Micheletti danke dem Herrgott, der Honduras solches Glück beschert habe, da der schärfste Rivale Costa Rica in den Vereinigten Staaten von Amerika über ein Unentschieden nicht hinaus kam. Micheletti erklärte den Donnerstag kurzerhand zum Feiertag. Seit dem Staatsstreich am 28. Juni 2009 gegen den gewählten Präsidenten Manuel Zelaya erließ sein Regime auch den Ausnahmezustand und Sperrstunden nach Belieben.
Die Menschen in Honduras bewegt neben der Freude über die gelungene Qualifikation zur Fußball-WM vor allem die Frage, wie dem Politstreit ein Ende gemacht werden kann. Zuletzt schien Hoffnung aufzukeimen. Seit einigen Tagen verhandeln die Vertreter Michelettis wieder mit Zelaya, der sich seit seiner gelungenen Heimkehr vom 21. September 2009 in der brasilianischen Botschaft, in der Hauptstadt Tegucigalpa, aufhält.
Die Unterhändler meldeten, dass sie einen Kompromiss gefunden hätten, dem nur noch Micheletti und Zelaya zustimmen müssten. Doch das Putschistenregime dementierte sogleich, dass es noch kein endgültiges Abkommen gebe. Micheletti will auf keinen Fall das Parlament, sondern den Obersten Gerichtshof mit der Wiedereinsetzung seines Rivalen beauftragen. Die internationalen Kritiker von EU bis UN und USA verlangen weiterhin bedingungslos den Rückkehr Manuel Zelayas auf den Präsidentenstuhl von Honduras.
Óscar Árias, Friedensnobelpreisträger aus Costa Rica, hatte vorgeschlagen, eine Übergangsregierung aus beiden Lagern zu bilden, eine gemeinsame Wahrheitskommission einzurichten und den politischen Gegner Amnestie zu gewähren. Der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten, José Miguel Insulza sprach vorsichtig von einem Forschritt bei den Verhandlungen. Auch Vilma Morales, die Unterhändlerin Michelettis schloss sich dieser Einschätzung an.