Der Salsa ist wohl die internationalste Form der Musik Lateinamerikas. Hinter diesem Begriff steht eigentlich ein Verkaufstrick der amerikanischen Musikindustrie, die Ende der sechziger Jahre die verschiedenen Musikstile Lateinamerikas wie Son, Mambo, Guaracha etc. unter dem Oberbegriff Salsa zusammenfasste, um sie den Konsumgewohnheiten der Amerikaner anzupassen. Wörtlich übersetzt bedeutet Salsa „(scharfe) Sauce“. Die Musiker riefen diesen Begriff ihrem begeisterten Fans zu, um sie anzuheizen.
Über den Ursprung des Salsa gehen die Meinungen auseinander. Die wahrscheinlichste These besagt, dass es sich bei der Salsa um die Jazz-Rock-Version des kubanischen Volkstanzes Son handelt. Im Son ist spanische Melodik mit afrikanischen Rhythmen vermischt. Zu den typischen Instrumenten zählen Trommeln, Tres, Claves und Maracas. Charakteristisch sind auch die Zurufe, etwa Pfeffer oder Salz, mit denen die Instrumentalisten und die Sänger ihren Einsatz erhalten.
Die modernen Spielarten des Salsa, die in Kolumbien, Venezuela und Mittelamerika gespielt werden, ergänzen die traditionellen Instrumente durch Blechbläser, Bass und Piano. Die Charanga, die vor allem in Kuba heimisch ist, ersetz die Bleckbläser durch Violinen- und Flötenspieler – doch die Struktur der Musik bleibt dabei fast erhalten. In Kuba ist die Improvisation das Hauptelement der Musik, die durch ihre salsatypische Arhythmik schon berühmten Jazzmusikern wie Dizzy Gillespie zum Alptraum wurden. Bei einer freien Improvisation mit kubanischen Musikern tat er den legendären Ausspruch: „Wo ist den der Takt?“
Der Salsa scheint ein trügerisch leichter Tanz zu sein. Doch mit seinen Wechseln zwischen regelmäßigen und unregelmäßigen Bewegungen ist er ebenso unberechenbar und kompliziert wie die Musik selbst. Er ist sinnlich, lasziv, dynamisch, leidenschaftlich und erotisch. Der Rhythmus des Tanzes ist zum größten Teil in festen Schrittfolgen festgelegt. Wer Salsa nicht selbst tanzen möchte, sollte sich bei Gelegenheit Salsatänzer anschauen, die im Wiegeschritt verschmelzen oder stolz umherwirbeln – es lohnt sich.