Die Atlantikküste von Französisch Guayana ist 300 Kilometer lang, die Fläche des südamerikanischen Landes entspricht fast 20 Prozent der Fläche Frankreichs. Etwa 80 Prozent der Einwohner leben in den Küstenregionen, da das Landesinnere größtenteils von einem dichten Amazonas-Regenwald beherrscht wird. Siedlungspläne gestalten sich dort überaus schwierig. Die ethnografische Landschaft des Landes erfuhr eine radikale Veränderung Anfang des 17. Jahrhunderts durch die europäische Kolonisierung.
Nach wechselnden Besitzverhältnissen kam das heutige Französisch Guayana in die Hände Frankreichs. Afrikanische Sklaven wurden zur Arbeit auf den Plantangen eingesetzt und nach der Beendigung der Sklaverei durch Lohnarbeiter aus anderen Teilen des französischen Imperiums, überwiegend aus Indochina, ersetzt. 1946 erlangte Französisch Guayana den Status eines Überseedépartements. In den sechziger Jahren bauten die Franzosen in Kourou ein Raumforschungszentrum und eine Raketenabschussbasis.
In der Hauptstadt von Französisch Guayana, Cayenne, versprühen die alten Kolonialgebäude noch immer das Flair der guten alten Zeit. Touristen, die das Musée Départemental besuchen, werden schnell feststellen, dass die alte Zeit nicht zu allen Menschen gut war. Denn in dem Museum sind historische und archäologische Artefakte ausgestellt, die unter anderem das Leben in den Sträflingskolonien darstellen. Beispielsweise wurde der jüdische Armeeoffizier Alfred Dreyfus wegen Hochverrat auf der berüchtigten Teufelsinsel gefangen gehalten.
In Montsinéry, 43 Kilometer südwestlich der Hauptstadt von Französisch Guayana gelegen, gibt es einen Naturlehrpfad, der zur Annamite Penal Colony führt, wo einstmals deportierte Indochinesen eingesperrt waren. Die Wanderwege werden von Bächen und Wasserfällen gesäumt. Naturliebhaber können sich an einer vielfältigen Fauna und Flora erfreuen.
Im Süden von Cayenne leben laotische Hmong im Dorf Cacao. Die Volksgruppe verkauft ihren Gästen gerne ihre typischen einheimischen Speisen und kunsthandwerkliche Produkte. Der Westen des Landes lockt die Gäste mit seinen populären Dschungelexpeditionen, die unter anderem zur Goldgräberstadt Saül oder ins Buschnegerdorf Maripasoula führen. Wer das Abenteuer liebt, kann auch mit Einbäumen die Flüsse im Landesinneren erkunden und dabei die tropische Natur aus nächster Nähe erleben.