Der Kontinent der Antarktis ist mit fast 13,2 Millionen Quadratkilometer größer als Europa. Polarforscher vermuten, dass im antarktischen Eis etwa 75 Prozent der weltweiten Reserven an Süßwasser eingefroren sind. Unter dem dicken Eispanzer sind auch zahlreiche Bodenschätze verborgen wie 45 Milliarden Barrel Erdöl, 115 Billionen Kubikmeter Erdgas, Titan-, Kupfer-, Eisen- und Chromerz, Kohle, Platin, Gold und Uran. Der Antarktisvertrag, der bis 2041 gültig ist, verbietet die Ausbeutung der fossilen Energieträger, Erze und Edelmetalle.
Die Antarktis wurde 1820 entdeckt. Doch erst Ende des 19. Jahrhunderts begann das Wettrennen um die Einnahme des letzten unerforschten Kontinents der Erde, als der internationale Geographische Kongress in London zu Expeditionen aufrief. Der erste Mensch, der den Südpol erreichte, war der Norweger Roald Amundsen. Inzwischen gibt es 82 Forschungsstationen auf dem eisigen Kontinent. Sie gelten als wichtige nationale Stützpunkte für später, wenn es darum gehen wird, sich die Bodenschätze der Antarktis anzueignen.
Deutschland ist in der Antarktis mit der Forschungsstation Neumayer III. vertreten. Der Stützpunkt wird vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut betrieben. Die Station steht auf Stelzen, die wie Teleskope ausfahrbar sind, damit das Gebäude nicht wie ihre Vorgängerstationen im ewigen Eis versinken. Seit 1981 erforschen hier Meteorologen das Klima und ermitteln Ozonwerte. Andere Forscher überwachen die Einhaltung des Verbots von Nuklearversuchen.
Immer wieder besonders beeindruckt sind Besucher der Antarktis vom Polarlicht. Es sind wabernde Lichtwände, Leuchtregen, der glutrot glüht und irisierende Neonschlangen, die die Menschen vergangener Jahrhunderte entweder als böses Omen betrachteten oder als Kämpfe der Götter interpretierten. Die wissenschaftliche Erklärung der Lichtphänomene ist wesentlich banaler. Polarlichter entstehen, wenn Teilchen auf die Erdatmosphäre treffen, die bei Eruptionen der Sonne ins Weltall geschleudert wurden. Dieses Naturschauspiel findet vor allem in den Polarregionen statt, am Südpol als Aurora australis.