Wer als Tourist von Bogotá aus zur karibischen Küste Kolumbiens fährt, wird das Gefühl nicht los, in eine andere Welt einzutauchen. Der Besucher könnte sogar auf den Gedanken kommen, dass er in zwei verschiedenen Ländern unterwegs ist. Das eine Land präsentiert sich verschlossen und kühl, das andere Land tropisch und voller Leidenschaft. Ein beliebter Ausgangspunkt, um die Küstenregion von Kolumbien zu erkunden, ist Santa Marta, die reizvolle Hauptstadt der Provinz Magdalena. Die Spanier gründeten die Stadt im Jahr 1525. Aus der Kolonialzeit sind nur wenige koloniale Artefakte erhalten geblieben.
Touristen kommen vor allem nach Santa Marta, um am Rodadero-Strand, der als bester in ganz Kolumbien gilt, in der Sonne zu liegen, zu faulenzen und zu schwimmen. Am Abend spazieren sie gerne auf der Strandpromenade entlang, um die Rhythmen des Salsa aufzusaugen. Oder sie kehren in eine der vielen Bars ein, um die Aussicht über die Bucht bis hinüber zur Felseninsel El Morro zu genießen.
Santa Marta ist auch für Naturliebhaber ein guter Ausgangspunkt, die den Tairona-Nationalpark erkunden möchten. Diese unberührte Dschungelregion Kolumbiens, in der einst die Tairona-Indianer ihre Heimat hatten, liegt am Fuß der Sierra Nevada de Santa Marta. Ganz in der Nähe befindet sich das Naturschutzgebiet Santuario de Flora y Fauna Los Flamencos, in dem unzählige rosafarbene Flamingos leben.
Von Santa Marta aus können Besucher auch nach La Ciudad Perdida fahren, die „Verlorene Stadt der Tairona“, die Forscher erst im Jahr 1975 entdeckten. Ihre Endeckung gilt als wichtigste des 20. Jahrhunderts, nicht nur in Kolumbien, sondern in ganz Südamerika. Der Fund bestätigte, dass die Tairona nicht nur hervorragendes Kunsthandwerk herstellten, sondern auch großartige Baumeister waren, die eine der größten Städte des Kontinents – größer als Machu Picchu in Peru – erbaut hatten.