70 Filme werden beim zweiten „Festival International Cine Cubano“ in München zu sehen sein. Die Veranstalter Elvira Rodríguez Puerto und Javier Buergo haben kubanische Autoren und Regisseure aus der ganzen Welt nach München eingeladen. Oberbürgermeister Christian Ude hat sich für das Festival als Schirmherr zur Verfügung gestellt. Das Internationale Festival des kubanischen Films findet vom Donnerstag, den 29. Oktober bis zum Samstag, den 7. November 2009, statt.
Der Film in Kuba besteht nicht nur aus den gewohnten Revolutions- und Zigarrenkitsch. Er ist vielseitig und bunt. Das zeigen beispielsweise Silvana Ceschi und Reto Stamm mit ihrem Dokumentarfilm „Die Königin der Kondome“. Sie zeigen das Porträt einer Deutschen, die in den sechziger Jahren als Sexualaufklärerin nach Kuba kam. Fast alle Filme sind in Spanisch und mit deutschen Untertiteln versehen.
Gleich vier Künstler werden bei dem kubanischen Filmfestival in München besonders hervorgehoben. Erstens der verstorbene Tomás Gutíerrez Alea, der mit seinem Film „Erdbeer und Schokolade“ für den Oscar nominiert worden war. Zweitens der Dokumentarfilmer Emilio Alcalde sowie drittens und viertens die Schriftsteller Amir Valle und Edmundo Desnoes, die beide Workshops übers Schreiben abhalten werden.
Für das Filmprogramm des Filmfestivals, das vor allem im Gasteig und im Werkstattkino in der Frauenhoferstraße gezeigt wird, haben die beiden Organisatoren Puertos und Buergos eine vielfältige Mischung aus kubanischen, spanischen, deutschen und Schweizer Produktionen zusammengestellt. Die ausgewählten Filme sollen möglichst viele Seiten des teilweise skurrilen und manchmal auch grausamen Alltags in Kuba zeigen.
Eines der am häufigsten wiederkehrenden, wenn nicht das beherrschende Thema des Filmfestivals „Ficcu“ ist die Migration. Auch die Mitbegründerin Puerto ging 2003 von Kuba nach Deutschland ins Exil, wo sie diverse Künstlerstipendien erhielt. Sie ist immer noch mit der Kunstszene in Kuba bestens vernetzt. Wie sie leben fast alle teilnehmenden Filmregisseure und Autoren im Exil – in Spanien, in Deutschland und in den Vereinigten Staaten von Amerika.