Der amerikanische Beauftragte für Lateinamerika Tom Shannon hat erfolgreiche mit Manuel Zelaya und Roberto Micheletti verhandelt und einen Kompromiss für die verfahrene politische Lage in Honduras gefunden. Das Parlament soll Zelaya die Rückkehr in das Präsidentenamt erlauben. Der gestürzte Präsident sagte: „Meine Wiedereinsetzung steht unmittelbar bevor. Das ist ein Triumph der Demokratie.“ Sein Gegner Micheletti bewertete die Vereinbarung als Anfang vom Ende dieser politischen Situation.
Jetzt müssen die Abgeordneten entscheiden, ob Manuel Zelaya bis zum Ende seines Mandats im Januar 2010 wieder in den Präsidentschaftspalast einziehen darf. Außerdem werden beide politischen Lager das Ergebnis der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen am 29. November 2009 akzeptieren, die Zelaya und seine internationalen Unterstützer zuvor abgelehnt hatten. Unter der Leitung Manuel Zelayas soll jetzt in Honduras eine „Regierung der Versöhnung“ gebildet werden. Der Ex-Staatschef bewertete den Plan als die Rückkehr des Friedens in das lateinamerikanische Land.
Die achte Punkte der Vereinbarung zwischen Micheletti und Zelaya folgen weitgehend dem Vorschlag des Präsidenten von Costa Rica und Friedensnobelpreisträgers Òscar Arias. Es ist geplant eine Wahrheitskommission einzusetzen, die das Chaos vor und nach dem Putsch untersuchen soll. Das Oberste Wahlgericht soll die Armee kontrollieren. Ausländischen Regierungen und Organisationen werden gebeten, die Sanktionen gegen Honduras aufzuheben.
Vor allem die Vereinigten Staaten von Amerika hatten Micheletti politisch stark unter Druck gesetzt. Deren Gesandter Shannon wies vor der Einigung darauf hin, dass für die Wahlen in einem Monat die Zeit davon laufen könnte. In den USA wurde die Provinzposse in Honduras für Präsident Barack Obama zum Härtetest. Der Friedensnobelpreisträger will in Lateinamerika keine Putsche mehr zulassen. Wahrscheinlich hat auch der Tod eines Neffen des Putschistenführers, diesen zum Einlenken veranlasst. Er sagte kurz danach: „Genug der Ausreden, Schluss mit der Rhetorik, die uns teilt, Schluss mit politischen Spielen.“