Der Name der südwestlichsten Provinz von Panama „Chiriquí“ leitet sich vom Begriff „chiriquífi“ aus der Sprache der Guaymi ab und bedeutet übersetzt soviel wie „Tal des Mondes“. Er definiert ein Gebiet sehr gut, das im magischen Bann des Himmelskörpers steht, der als uraltes Symbol für Vergehen und Leben sowie für Fruchtbarkeit und Regen steht. In den Hochlagen der Serranía de Talamanca, dem Westflügel der Zentralkordillere fällt wahrhaftig viel Regen.

Das milde Bergklima eignet sich gut für den Anbau von Kartoffeln, Erdbeeren, Zitrusfrüchten und Kaffee. In den Küstenebenen, die von einer feuchten Hitze beherrscht wird, züchten die Bauern Rinder und bauen Zuckerrohr und Bananen an. Die Landschaft der Provinz Chiriqui ist ein Gemisch aus saftiggrünen Berghängen, zerklüfteten Tälern, Feucht und Nebelwäldern. Unterbrochen wird die ruhige Idylle manchmal von tosenden Flüssen mit Stromschnellen und Wasserfällen. Nördlich der Stadt David, in der Nähe von Boquete erhebt sich der höchste Berg Panamas, der erloschene Vulkan Barú, in eine Höhe bis zu 3.475 Meter.

Die Landwirtschaft wird in der Provinz Chiriquí stärker als im übrigen Panama von Großgrundbesitzern bestimmt. Der Grundbesitz liegt in den Händen nur weniger Familien. Die einflussreiche Elite des lateinamerikanischen Landes hat sich bis jetzt immer erfolgreich gegen geplante Landreformen zur Wehr gesetzt.

Am Anfang des 20. Jahrhunderts kam die amerikanische Bananengesellschaft United Fruit Company nach Panama in die Provinz Chiriquí. Das Unternehmen entfachte im Konkurrenzkampf mit der American Banana Company den so genannten Coto-Konflikt mit Costa Rica, der 1914 in Frieden endete. Panama erhielt einen Teil der Coto-Region am Pazifik, während Costa Rica das Tal des Río Sixaola an der Karibikküste zugesprochen bekam.

In Chiriquí sind die indianischen Völker im Lauf der Geschichte fast völlig untergegangen. Nur die Guaymí, auch Ngwobe genannt, haben überlebt. Ob sie allerdings in Panama noch eine Zukunft haben, ist mehr als ungewiss. Sie werden von den Großgrundbesitzern immer weiter von ihrem Siedlungsraum in die Berge und somit an den Rand der panamesischen Gesellschaft gedrängt.