Die Staatspräsidenten von Brasilien und Frankreich versprechen, die Treibhausgasemissionen bis 2050 um die Hälfte zu senken. Luiz Inácio Lula da Silva und sein französischer Amtskollege Nicolas Sarkozy bemühen sich Bewegung in den stockenden Vorbereitungsprozess für den Weltklimagipfel zu bringen, der im Dezember in Kopenhagen stattfinden wird. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Paris kündigten die beiden Politiker an, sie würden selbst in die dänische Hauptstadt reisen, um die Staatengemeinschaft von ihren ehrgeizigen Zielen zu überzeugen.

Der Präsident von Brasilien, Lula, erklärte, auf dem Weltklimagipfel müsse verhindert werden, dass die Vereinigten Staaten von Amerika und China die Klimapolitik der Welt bestimmen. Lula betonte: „Wir dürfen nicht zulassen, dass die Präsidenten Obama und Hu Jintao ein Abkommen treffen, dass nur von den politischen und wirtschaftlichen Realitäten ihrer Länder ausgeht.“ In Kopenhagen gehe es um die Verantwortung für die gesamte Menschheit, für Arme und Reiche, für Nord und Süd. In Kopenhagen treffen sich die Nationen der Welt, um über ein Klimaschutzabkommen zu beraten. Bislang haben nur wenige Länder konkrete Zusagen gemacht.

Am Freitag, den 13. November 2009 hatte Brasilien erstmals Ziele zur Reduzierung seiner Treibhausgasemissionen genannt. Im Jahr 2020 sollen sie zwischen 36,1 und 38,9 Prozent unter denen liegen, die bisher vorhergesagt wurden. Das bedeutet gleichzeitig eine Verringerung um etwa 15 Prozent im Vergleich zum Jahr 2005. Die Präsidialministerin Dilma Rousseff betonte allerdings, dass es sich dabei um eine freiwillige Zusage handle. Die Politikerin wird die brasilianische Delegation in Kopenhagen leiten.

Wegen der Abholzung des Regenwalds ist Brasilien inzwischen zum fünftgrößten CO2-Emittenten der Welt aufgestiegen. Jetzt will das südamerikanische Land die Rodungen bis 2020 um 80 Prozent reduzieren, verglichen mit den Durchschnittswerten der Jahre 1996 bis 2005. Im vergangenen Jahr wurden in Brasilien 7.000 Quadratkilometer des Amazonas-Regenwaldes abgeholzt. Weniger Holz wurde zuletzt vor 22 Jahren geschlagen. Dilma Rousseff erklärte: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“