Die Landwirtschaft hat in der Provinz Veraguas eine Tradition, die Jahrhunderte zurückreicht und die Landschaft in diesem Gebiet Panamas unverkennbar geprägt. Ackerland, grüne Wiesen, trockenes Grasland oder vereinzelte Baumgruppen prägen das Bild der Gegend links und rechts der Carretera Interamericana. Nur wer sich als Tourist weiter von dieser Straße entfernt, bekommt einen wahren Eindruck von der ursprünglichen Vegetation der Provinz Veraguas.
Zwischen den Orten Las Palmas und Soná existiert noch ein Rest einer Feuchtsavanne, die früher in dieser Region Panamas weit verbreitet war. Es gibt dort auch noch Laubwälder, durch die sich Wasserläufe schlängeln. Wer durch üppigen, tropischen Bergwald wandern möchte, muss in die Serranía del Tabasará fahren, den Ostflügel der Cordillera Central. Der Tropenwald ist vor allem in der Umgebung des Dorfes Santa Fé nicht abgeholzt worden.
In der Geschichte von Panama spielte die Provinz Veraguas eigentlich nie eine herausragende Rolle. Die einzige Ausnahme ereignete sich vor mehr als 500 Jahren als Kolumbus auf seiner vierten und letzten Reise an der Karibikküste von Panama vor Anker ging. Dort gründete der berühmte Seefahrer mit seiner Mannschaft einen kleinen Ort an einer Flussmündung. Die indianische Bevölkerung sollte den Entdecker bei der Goldsuche unterstützen. Kolumbus entdeckte zwar Goldadern in einzelnen Flüssen, konnte aber das Gold nicht abbauen, da er nach einem großen Streit mit den Indios überstürzt das Land verlassen musste.
Die Hauptstadt der Provinz Veraguas heißt Santiago. Das Zentrum der Stadt liegt südlich der Carretera Interamericana, die hier auf beiden Seiten von Tankstellen, Restaurants und Hotels gesäumt wird. Viele Reisende, die Panama besuchen, betrachten Santiago als bloßen Ausgangspunkt einer Fahrt in die Provinz Chiriquí, da die Provinzhauptstadt aus touristischer Sicht seinen Gästen wenig zu bieten hat. Auf dem Hauptplatz, der Plaza Central befindet sich die katholische Kirch Catedral de Santiago mit ihrer weißen Doppelturmfassade, die im panamaischen Barockstil erbaut wurde. Leider wurde bei Renovierungsarbeiten im Innenraum viel vom ursprünglichen Glanz der Kirche zerstört.