Prominente Vertreter des Nahen Ostens sind immer häufiger zu Gast in Brasilien. Zuerst empfing Präsident Luiz Inacio Lula da Silva den Staatschef von Israel, Simon Peres, der die politische Bedeutung Brasiliens hervorhob: „Brasilien hat heute eine Stimme, die in der ganzen Welt gehört wird.“ Der nächste Gast in Brasilia war der Präsident der Palästinenser, Mahmud Abbas, der Lula da Silva bat, im Nahostkonflikt zu vermitteln. Der Präsident antwortete, Brasilien wolle bei Friedensgesprächen helfen.
Am Montag traf ein weiterer Politiker in Brasilien ein: Mahmud Ahmadinedschad. Der Iraner startete seine Südamerikareise in Brasilia. Weitere Besuche sind in Venezuela bei Hugo Chávez und in Bolivien bei Evo Morales geplant. Die Medien in Brasilien berichteten, dass der Iran dem aufstrebenden Brasilien eine weit reichende Zusammenarbeit anbiete. Präsident Lula da Silva hatte im Vorfeld des Treffens mit Ahmadinedschad die iranischen Atompläne für zivile Zwecke verteidigt. Außerdem gab er bekannt, dass Brasilien die Handelsbeziehungen zum Iran verstärken und den Dialog suchen werde. Lula da Silva sagte: „Eine Politik der Isolation gefällt mir nicht.“
In den Vereinigten Staaten von Amerika wird der Besuch des Iraners in Brasilien mit Misstrauen verfolgt. Der New Yorker Staatsanwalt Robert Morgenthau rät, die Pläne des Iran in Südamerika ganz kritisch zu verfolgen: „Man muss die Aktivitäten Irans in Lateinamerika beobachten. Es gibt strategische, politische und finanzielle Interessen, die man sich genau anschauen muss.“ In Washington ist die Verwunderung darüber groß, dass Präsident Luiz Inacio Lula da Silva den Iraner Mahmud Ahmadinedschad so hofiert.
Eigentlich verstehen sich der amerikanische Präsident Barack Obama und Lula da Silva ausgezeichnet. Brasilien strebt mit Hilfe der USA einen festen Sitz im Weltsicherheitsrat an. Der demokratische Abgeordnete Eliot Engel dagegen warnt Brasilien: „Ich hoffe, dass Brasilien diesen Punkt erreicht, aber erweiterte Verbindungen zu Ahmadinedschad sind nicht der Weg. Präsident Lula macht einen schweren Fehler, er sollte Ahmadinedschad keine Legitimität verleihen.