Beim 6. Amazonas Filmfestival in Brasilien haben sich die Regisseure vor allem Umweltthemen angenommen und möchten mit vielen ihrer Filme die Frage beantworten, wer die Welt zu Grunde richtet. Das Amazonasgebiet gehört heute zu den größten und gleichzeitig zu den bedrohtesten Naturschätzen der Welt. Der Dokumentarfilm „Green“ des französischen Filmemachers Patrick Rouxel wurde in Manaus mit dem Preis der Jury ausgezeichnet.
Green ist ein Orang-Utan, der in den Regenwäldern Indonesiens gelebt hat. Doch der Dschungel ist verschwunden und damit der Menschenaffe zum Tode verurteilt. Wer den Film sieht, bekommt das Gefühl, dass Green, der an einem Tropf hing und von Pflegern liebevoll umsorgt wurde, einfach nicht mehr leben wollte. Wohin sollte er auch zurückkehren – in eine apokalyptische Welt zerstörter Natur? Vernichtet haben die Regenwälder Indonesiens Konzerne aus der Holz-, Papier und Lebensmittelindustrie, die bei ihrem zerstörerischen Werk auch noch von der internationalen Finanzwelt unterstützt wurden.
Das Publikum verlieht dem amerikanische Dokumentarfilmer Joe Berlinger für seinen Film „Crude – The Real Price of Oil“ den Preis für den besten Dokumentarfilm. Der Regisseur zeigt in seinem Film, dass nichts zum Beispiel Chevron daran hindert, die toxischen Abfälle, die bei den Ölbohrungen im ecuadorianischen Amazonasgebiet anfielen, umweltgerecht zu entsorgen. Es war eine ganz bewusste Entscheidung des Konzerns, den kurzfristigen Gewinn von 4,8 Milliarden Dollar über das Wohl der Menschen und der Umwelt zu stellen.
Der kanadische Regisseur Rob Stewart dokumentiert in seinem Film „Shark Water“, wie in den letzten 30 Jahren die Haipopulation in den Meeren der Welt um rund 90 Prozent zurückgegangen ist. Denn Haifischflossensuppe ist ein Milliardengeschäft. Aber nicht mehr lange, wenn die Ausrottung der Haie so weiter geht. Als Stewart, der Mitglied der Jury war, gefragt wurde, wovon sein nächsten Filmprojekt handeln werde, antwortete er: „Davon, wie man Revolution macht.“