Porfirio Lobo gewann am Sonntag die Präsidentschaftswahl im Krisenland Honduras. Vor vier Jahren hatte der konservative Großgrundbesitzer aus der Nationalen Partei noch knapp gegen Manuel Zelaya aus der Liberalen Partei verloren. Porfirio Lobo bekam diesmal 56 Prozent der Stimmen. Der Politiker soll nun Ende Januar die Regierung vom Putschistenführer Roberto Micheletti übernehmen. Der künftige Präsident verspricht eine Regierung der Einheit und der Versöhnung, denn es sei keine Zeit mehr für eine weitere Teilung des Landes.
Von einer Befriedung von Honduras kann allerdings nicht gesprochen werden, solange Ex-Präsident Manuel Zelaya in der brasilianischen Botschaft in Tegucigalpa Zuflucht nehmen muss. Der gestürzte Präsident bezeichnete die Wahl als Betrug. Der Gegenkandidat von Porfirio Lobo erreichte bei der Wahl nur 39 Prozent der Stimmen, obwohl er vor dem Putsch in Honduras der aussichtsreichste Präsidentschaftskandidat gewesen ist.
Die Vereinigten Staaten von Amerika, Peru, Kolumbien, Panama und Israel kennen das Wahlergebnis an. Venezuela, Brasilien und andere Staaten bestreiten die Rechtmäßigkeit des Urnengangs. Bis zum Wahltag hatten die Kritiker versucht, die Wahl zu verhindern oder wenigstens auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen. Die Organisation Amerikanischer Staaten ist sich nicht im Klaren darüber, wie sie das Wahlergebnis werten soll.
Bei der Präsidentenwahl in Honduras waren wegen der internationalen Proteste kaum unabhängige Wahlbeobachter vor Ort. Aus dem Norden des Landes wurden Zusammenstöße zwischen der Polizei und Anhängern von Manuel Zelaya gemeldet. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben der Wahlbehörde bei etwas mehr als 60 Prozent. Für Porfirio Lobo waren es die saubersten Wahlen, die je in Honduras stattgefunden haben.
Porfirio Lobo gehört zu einer der reichsten Männer von Honduras und verdient sehr viel Geld mit Bohnen und Mais. Der erzkonservative, katholische Familienvater sitzt seit 20 Jahren für die Nationale Partei im Parlament und war dessen Präsident. Der ehemalige Hardliner, der offen für die Todesstrafe eintrat, kündigte inzwischen eine humanistische christliche Regierung an, welche die Armut bekämpfen will und einen breiten Dialog mit allen Gesellschaftsschichten in Aussicht stellt.