Im April 2008 trat der brasilianische Musiker Gilberto Gil als Kulturminister Brasiliens zurück. Seitdem widmet er sich voll und ganz seiner Musik. In den letzten beiden Jahren seiner Amtszeit hatte er bereits einige Songs geschrieben, woraus die CD „Banda Larga Cordel“ entstanden ist. Banda Larga bedeutet Breitband und damit die Möglichkeit, Inhalte auszutauschen. Der Titel ist ein politisches Manifest, da laut Gilberto Gil je breiter und desto höher die Nutzung und der Austausch von Dateien ist, desto mehr Quantität und Qualität sich im Cyberverkehr einstellt.

Gilberto Gil ist davon überzeugt, dass nicht nur Brasilien, sondern die ganze Welt einen Breitband-Internetzugang erhalten muss. Eines der neuen Lieder auf der CD heißt „Não Tenho Medo Da Morte“, (Ich habe keine Angst vor dem Tod). Denn der Popstar denkt fast ständig an den Tod. Der Tod rahmt seiner Meinung nach das Leben ein – er ist am menschlichen Horizont. Das komme unwillkürlich, wenn man sich ernsthaft mit Fragen der Endlichkeit auseinandersetzt. Gilberto Gil sagt: „Da wir alle dazu bestimmt sind, uns der Endlichkeit zu stellen, müssen wir die endliche Zeit, die uns gegeben ist, unendlich leben.“

Gilberto Gil schrieb Musikgeschichte in Brasilien mit seinem Song „Domingo No Parque“, der 1967 veröffentlicht wurde. Er entstand, als er sich den Tropicalisten anschloss. Die Bewegung wollte das erreichen, was aufsässige Jugendliche in den Vereinigten Staaten von Amerika und Europa verändert hatten, auch in Brasilien einführen. Sie wollte den alten Kulturkanon dekonstruieren.

Der brasilianische Musiker Gilberto Gil bewegt sich seit jeher im Grenzbereich zwischen Kultur und Politik. Schon früh vermischte er die Musikstile Bossa Nova, Samba, Rock, Blues und Jazz. Die Musikkritiker nannten seinen Stil „Afro-Zen“. Seine politische Karriere begann Gilberto Gil als Stadtrat in seiner Heimatstadt Salvador da Bahía als Stadtrat. Später wurde er Mitglied bei der Grünen Partei von Brasilien. Von 2003 bis 2008 war er Kulturminister in der Regierung von Luiz Inácio Lula da Silva.