Der Versuch des gestürzten Präsidenten von Honduras, Manuel Zelaya, nach Mexiko zu fliegen, ist im ersten Anlauf gescheitert. Der Außenminister der Übergangsregierung in Tegucigalpa, Carlos López Contreras, sagte während der Woche auf einer Pressekonferenz, dass seine Regierung das Ansinnen des Ex-Präsidenten nach einer freien Ausreise als unangebracht betrachte.
Manuel Zelaya reagierte empört und antwortete im mexikanischen Fernsehen: „Damit haben die derzeitigen Machthaber meinen neuerlichen Versuch verhindert, zu einer Versöhnung in dem Konflikt zu gelangen.“ Die Verhandlungen, Manuel Zelaya und seine Familie aus Honduras herauszubringen, waren offenbar schon weit gediehen. Die Regierung von Mexiko hatte dem Ex-Staatschef Asyl angeboten und in Honduras freies Geleit für den Politiker gefordert.
Ein Flugzeug, das aus Mexiko kommend auf dem Weg nach Honduras war, um Zelaya abzuholen, wurde nach dem Veto der Machthaber nach El Salvador umgeleitet. Die Übergangsregierung selbst war es, die Manuel Zelaya aufgefordert hatte, einen Asylantrag in einem anderen Land zu stellen. Allerdings betonte Manuel Zelaya in diversen Interviews immer wieder, dass er bis zum 27. Januar 2010 der rechtmäßige Präsident von Honduras sei. Auch die internationale Gemeinschaft erkennt Zelaya nach wie vor als legitimen Staatschef an.
Zelaya besteht darauf, Honduras als Gast zu verlassen und nicht als Politiker, der in einem anderen Land um politisches Asyl nachsuchen müsse. Er wolle einen Status, der ihm die Möglichkeit biete, seine politische Arbeit im Ausland fortzusetzen. Außerdem plane er Versöhnungsgespräche mit dem am 29. November zum Präsidenten gewählten Unternehmer Porfirio Lobo aufzunehmen. Auch andere Persönlichkeiten aus Honduras sollten an dem Versöhnungsdialog teilnehmen.
Der neue Präsident von Honduras, Porfirio Lobo, soll sein Amt am 27. Januar antreten. Erst ab diesem Zeitpunkt betrachtet Manuel Zelaya seine Amtszeit für beendet. Auch nach dem Wechsel im Präsidentenamt, wird sich die Regierung von Honduras in einem politischen Minenfeld bewegen. Denn vor allem die linken Regierungen der Region, mit denen sich Zelaya verbrüdert hatte, haben immer wieder betont, die Präsidentschaftswahlen in Honduras nicht anzuerkennen.