In Brasilien wächst die Wirtschaft, die Aktienkurse steigen, der Export von Öl, Fleisch und Soja boomt. Und der gigantische Binnenmarkt des südamerikanischen Landes lockt Investoren aus der ganzen Welt an. Von der Weltwirtschaftskrise wurde Brasilien nur ganz kurz erfasst und als eines der ersten Nationen hat es die Krise überwunden. Während Industrieländer wie die Vereinigten Staaten von Amerika oder Deutschland in diesem Jahr deutlich geschrumpft sind, liegt das Wirtschaftswachstum in Brasilien im Jahr 2009 um den Nullpunkt herum.
Im kommenden Jahr soll sich die Wirtschaftslage in Brasilien noch einmal deutlich verbessern. Wirtschaftsexperten prognostizieren einen Anstieg des Bruttosozialprodukts um etwa sechs Prozent. Nur Indien und China wachsen noch schneller. Brasilien profitiert stark vom Aufstieg der Wirtschaftsmacht China, liefert es doch den Chinesen Erdöl und Eisenerz, aber auch Fleisch und Soja. Außerdem wird Brasilien zu einem führenden Erdölförderland aufsteigen, nachdem vor der brasilianischen Atlantikküste gigantische Erdölfunde gemacht wurden.
Schon heute gehört das Amazonasland zu den zehn größten Volkswirtschaften der Erde. In rund 30 Jahren dürfte es an Deutschland vorbeigezogen sein und den fünften Platz einnehmen. Brasiliens größte Wachstumskraft geht allerdings von seinem gigantischen Binnenmarkt aus. In dem Land leben 192 Millionen Menschen, von denen immer mehr in die rasch wachsende Mittelschicht aufsteigen. Anders als in Ländern, die stark auf den Export von Gütern angewiesen sind, wie beispielsweise Deutschland, trägt der Export in Brasilien nur zwölf Prozent zur Wirtschaftskraft bei.
Fast zwei Drittel des Bruttosozialprodukts in Brasilien entsteht durch den Konsum im Inland. André Leos, Chefökonom der Bank HSBC in Brasilien, sagt dazu: „Das hat die Krise bei uns abgefedert.“ Nun wird auch wieder verstärkt im Land investiert. Vor allem bei Volkswagen do Brasil und anderen Autokonzernen, für die Brasilien schon jetzt der fünftgrößte Automarkt der Welt ist. Die Olympischen Spiele 2016 und die Fußballweltmeisterschaft 2014 werden ebenfalls viel Geld erfordern, wodurch die Investitionsquote in Brasilien bis zum Jahr 2013 von 16 auf 22 Prozent steigen wird.