Die natürlichen Grenzen des Nationalparks Yasuní bilden im Norden der Río Tiputini, im Süden der Río Curaray und im Osten endet er an der Staatsgrenze zu Peru. Er ist das größte Naturschutzgebiet in Ecuador mit einer Fläche von knapp einer Million Hektar. Im Yasuní-Nationalpark gibt es drei Arten von Dschungel: die Tierra Firme, die sich in einer Höhe von 300 bis 600 Meter befindet, die periodisch überflutete Varzea-Regenwaldzone sowie den ständig überfluteten Igapó-Urwald.
Von Ende Dezember bis März herrscht in diesem Gebiet eine relative Trockenheit. Für Ecuador-Reisende ist dies der beste Zeitpunkt den Nationalpark zu besuchen. Von April bis Juli gibt es die meisten Niederschläge, während das Wetter in den übrigen Monaten sehr wechselhaft ist. Die Temperaturen schwanken während des Jahres von schwülen 36 Grad bis zu kühlen 12 Grad. Wer den Nationalpark Yasuní besucht, wird mit einem großartigen Naturerlebnis belohnt.
Ethnologisch interessierte Besucher des Parks können auch die einheimischen Huaorani-Indianer besuchen oder geführte Expeditionen in die Randgebiete des Dschungels unternehmen. Weite Teile des Naturparks sind für Touristen allerdings nicht zugänglich. Wer einen mehrtägigen Dschungeltrip in Ecuador im Nationalpark Yasuní plant, sollte auf jeden Fall etwas Abenteuerlust mitbringen. Touren, die von Coca aus starten, führen zunächst in der Regel einmal rund zehn Stunden den Río Napo flussabwärts bis zur Mündung des Río Tiputini. Von dort aus geht es dann tagelang flussaufwärts in entgegen gesetzter Richtung.
Eine weitere Zugangsmöglichkeit in den Nationalpark Yasuní führt von Coca aus über eine geradlinige Straße, die Vía Auca, die mit Erdöl verschmutzt ist. Es geht zuerst in Richtung Süden nach Curaray. Wenn die Brücke über den Río Shiripuno erreicht ist, müssen die Touristen auf ein Einbaumkanu umsteigen. Die Fahrt führt durch dichten, feucht-tropischen Dschungel. Auf Sandbänken wird in Zelten übernachtet, den Ameisen und Moskitos getrotzt. Diese kleinen Unannehmlichkeiten nehmen die Besucher für das großartige Naturschauspiel, das ihnen der Nationalpark Yasuní in Ecuador bietet, gerne in Kauf.