Volker Feser hat ein umfassendes Reisehandbuch über das verhältnismäßig kleine, im Nordwesten Südamerika gelegene Ecuador geschrieben. Gerade ist die 5. Auflage im Michael Müller Verlag erschienen. Für den Autor ist Ecuador das vielfältigste Land des ganzen amerikanischen Kontinents. Vor allem hebt er die unglaublich facettenreiche Geografie des Landes hervor, die nicht eine Landschaftsform der Erde auszulassen scheint.
Ecuador lässt sich sehr gut in vier Regionen unterteilen: Im Osten der Oriente, das noch wenig besiedelte Gebiet des Amazonas, im Inneren des Landes dominiert die Sierra, das Andenhochland mit Gipfeln, die bis zu 6.300 Meter in den Himmel ragen und im Westen die Costa, das tropische Küstentiefland, ferner die pazifischen Islas Encantadas, das 1.000 Kilometer vom Festland entfernte Galapagos-Archipel. Auch in den Bevölkerungsgruppen von Ecuador spiegelt sich diese Mannigfaltigkeit wider: im Amazonasgebiet leben verschiedene Indianerstämme, in den Bergen die Hochland-Indígenas, dazu kommen dunkelhäutige Mestizen, europäische und asiatische Typen bis hin zu Afroamerikanern.
Volker Feser beschreibt in seinem Reiseführer Ecuador als ein Land voller Naturwunder und magischer Exotik. In den ersten rund 100 Seiten beschreibt der Autor Geologie, Flora und Fauna des Landes und erklärt die Unterschiede der ethnischen Gruppen. Außerdem unterrichtet er den Leser in den Fächern Kunst, Geschichte und Kunstgeschichte, so wie er sie in Ecuador erlebt hat. Anschließend gibt Volker Feser praktische Reisetipps über die Anreise, über das Reisen im Land sowie über das Essen, Trinken und Übernachten in Ecuador.
Allein 57 Seiten seines vorzüglichen Reisehandbuchs widmet der Autor der Hauptstadt von Ecuador, der Metropole Quito, in der etwa 2,5 Millionen Menschen wohnen. Volker Feser ist begeistert von der 2.800 Meter hoch gelegenen Landeshauptstadt. Von den beiden Flanken der Andenkordilleren behütet, gilt Quito als geographisch privilegiert und erscheint bisweilen von geradezu surrealer Ästhetik. Sein kolonialer Altstadtkern wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Im nächsten Kapitel reist Volker Feser mit seinen Lesern auf der Panamericana Norte, der Straße der Seen durch das nördliche Andenhochland von Ecuador. Zu seinen Reisezielen zählen unter anderem die Städte Cayambe, Ibarra und Otavalo. Die meisten Touristen kommen nach Otavalo, um den berühmten, wirtschaftlich bedeutendsten Indiomarkt von Südamerika zu erleben. Vor allem an Samstagen verwandelt sich der Stadtkern in eine riesige Marktzone.
In den folgenden Abschnitten beschreibt Volker Feser die Fahrt auf der Panamericana Sur, der Straße der Vulkane, seine Eindrücke aus dem südlichen Ecuador sowie die Faszination des El Oriente, des ecuadorianischen Teils des Amazonasdschungels. Es folgen Berichte über die Nordküste, die Provinz Esmaraldas, die Halbinseln Santa Elena und Manabí sowie die Stadt Guayaquil, die auch Perle des Pazifiks genannt wird. Ein Kapitel über die Galápagos-Inseln schließt das Buch ab.
Für 26,90 Euro bekommt der Leser auf 696 ausführlichste Informationen über Ecuador, die von 210 Farbfotos illustriert sind. 53 Übersichtskarten und Pläne, zahlreiche Tipps zu Touren und Wanderrouten runden die „Ecuador-Bibel“ ab, wie Merian das Buch taufte. Vor allem Individualreisende dürften von dem großen Wissen von Volker Feser, profitieren.