In Havanna, der Hauptstadt von Kuba, leben mehr als 2,2 Millionen Einwohner. Es ist damit die viertgrößte Stadt in der Karibik. Das wirtschaftliche Herz der Hauptstadt aller Kubaner schlägt im Banken- und Unternehmensviertel Vedado. Der Diplomatenbezirk Miramar dagegen zeichnet sich durch gepflegte Grünanlagen und Parks aus. Die Regierungsgebäude und Parteizentralen gruppieren sich um die Plaza de la Revolución.
Die Metropole ist in 15 Bezirke gegliedert, in der sich die Wirklichkeit des ganzen Landes spiegelt. Havanna ist und bleibt eine Stadt der teilweise krassen Gegensätze. Koloniale Prachtbauten und monumentale Denkmäler beeindrucken die Touristen, während sie ramponierte Straßen und verfallene Villen traurig und nachdenklich machen. Trotz aller nicht zu übersehender Tristesse bleibt die Hauptstadt von Kuba eine der sehenswertesten und beeindruckendsten Städte Lateinamerikas.
Der Gegensatz zwischen Arm und Reich ist in Havanna oftmals mit Händen zu greifen. Während die Regale der Geschäfte, in denen die Einheimischen mit Pesos einkaufen, meistens leer sind, kann man auf dem Schwarzmarkt mit Dollars oder Euros beinahe alles kaufen. In den Nobel-Hotels ist selbstverständlich rund um die Uhr heißes Wasser verfügbar, in einigen Straßen müssen die Einheimischen das kostbare Nass oft noch in Eimern nach Hause tragen. Und dennoch fühlen sich die Kubaner in ihrer Hauptstadt wohl. Gegenüber den Gästen sind sie hilfsbereit und freundlich.
Obwohl Kuba seit Mitte der neunziger Jahre sich wieder dem internationalen Tourismus geöffnet hat, befindet sich ein Teil der Hotels des Landes noch alles andere als in einem exzellenten Zustand – auch Havanna macht da keine Ausnahme. Viele Gebäude sind dringend renovierungsbedürftig, die Zimmer und Bäder entsprechen meistens nicht dem europäischen Standard. Es gibt aber Alternativen: In ganz Kuba stehen den Touristen rund 10.000 Zimmer in privaten Casas particulares zur Verfügung. Hier umsorgen die Besitzerfamilien liebevoll ihre Gäste und verlangen einen Bruchteil dessen, was man in einem Hotel für die Übernachtung bezahlen müsste.