Der Autor und Fotograf Ralf Gantzhorn zeigt in seinem Buch „Patagonien und Feuerland“ Fotografien, die zwischen 1985 und 2007 entstanden sind. Insgesamt reiste Ralf Gantzhorn sechzehn Mal nach Patagonien und Feuerland und hielt sich insgesamt drei Jahre dort auf. Der Autor versteht sein Buch als Einladung zu einer individuellen Entdeckungsreise in ein Land voller Wunder. Der Leser wird rasch erkennen, dass das Buch auch in der Liebe zu den Bewohnern von Patagonien und Feuerland und aus Respekt vor der grandiosen Natur entstanden ist.

Das erste Drittel seines Werks widmet Ralf Gantzhorn der Geographie, den Menschen, dem Klima und den Nationalparks in Patagonien. Für ihn ist Patagonien immer noch ein Mythos – die scheinbar endlose Weite zieht all jene magisch an, die dem einengenden Alltag entliehen möchten. Im Prolog warnt Gantzhorn seine Leser, dass sein Buch ein völlig unausgewogenes Bild des schönsten Endes der Welt präsentiert.

„Patagonien und Feuerland“ handelt von einer überirdisch schönen Landschaft, von Einsamkeit und Weite, von unberührten Gipfeln und Bergen jenseits der menschlichen Zerstörungswut. Nicht umsonst hat der Autor das letzte Viertel seines Buchs dem Bergsteigen gewidmet, denn Patagoniens Berge verheißen das alpine Megaerlebnis in der vielleicht aufregendsten Gebirgsarchitektur der Welt.

Vor allem bei schönem Wetter ist die Gebirgswelt Feuerlands und Patagoniens eine göttliche Offenbarung. Tausende unbekannter Gipfel glitzern wie ein alpines Wunderland. Ralf Gantzhorn hat einzigartige Fotos gemacht, die einen unvergesslichen Eindruck dieser Märchenwelt beim Betrachter hinterlassen. Patagonien ist für ihn nichts anderes als eine Einladung zum Träumen, der man ohne wenn und aber folgen sollte.

42 Seiten seines Buchs „Patagonien und Feuerland“ widmet Ralf Gantzhorn dem Trekking, da sich Patagonien in den vergangenen Jahren zu einer der wichtigsten Destinationen weltweit für Trekkingreisen entwickelt hat. Und der rasende Aufschwung in diesem Tourismussegment scheint noch lange nicht zu Ende zu sein. In den meisten Nationalparks werden in ein paar Jahren beschilderte Wege und bewirtschaftete Hütten zum Standard gehören.

Der Autor weist lobenswerter Weise darauf hin, dass Patagonien nicht nur etwas für harte Bergsteiger oder wildniserprobte Trekker ist. Viele der schönsten Aussichtspunkte liegen nur wenige Gehminuten bis –stunden von der Straße entfernt und lassen sich auf kurzen Tageswanderungen, die zwischen einer und sieben Stunden dauern können, erkunden. Gantzhorn hat einige der schönsten Tagestouren in einer Tabelle zusammengestellt. Ralf Gantzhorn ist ein beeindruckendes Buch gelungen, in der sich seine Faszination über Patagonien und Feuerland mühelos auf den Leser überträgt.

Der prächtige Bildband „Patagonien und Feuerland“ ist 2008 im Bergverlag Rother erschienen und kostet 49,90 Euro.