In der näheren Umgebung von Caracas, der hektischen Hauptstadt von Venezuela, gibt es einige interessante Orte, die sich der Besucher des lateinamerikanischen Landes auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Für Naturliebhaber zählt dazu auf jeden Fall der Parque Nacional el Ávila, der sich im Norden der Metropole auf einer Länge von 90 Kilometern über das Küstengebirge erstreckt. Der höchste Berg im Nationalpark ist der Pico Naiguatá, mit einer Höhe von 2.765 Metern. 

Nicht ganz so hoch, mit seinen 2.105 Metern, ist der Pico El Ávila, der aber dennoch die meisten Besucher anzieht. Eine vier Kilometer lange Seilbahn bringt die Touristen von der Talstation Maripérez auf den Gipfel. Erwachsene zahlen 9,50 Dollar für die Fahrt. Auf der Südseite der Bergkette wohnen keine Menschen, dafür wurden dort aber Wanderwege angelegt, die sich über rund 200 Kilometer erstrecken. Der Parque Nacional el Ávila übertrifft von der Qualität seiner Wanderrouten alle anderen Nationalparks in Venezuela. Die Beschilderung der Wege ist ausgezeichnet – außerdem gibt es inzwischen einige Campingplätze, in denen die Wanderer übernachten können.

Wer auf den Spuren deutscher Siedler in Venezuela wandeln möchte, sollte das Dorf Colonia Tovar besuchen, das von Deutschen im 19. Jahrhundert gegründet wurde. Spanisch ist dort erst seit rund 70 Jahren die Amtssprache. Ab diesem Zeitpunkt konnten Ehen auch außerhalb der Gemeindegrenzen geschlossen werden. Bis zur Hauptstadt müssen die Dörfler etwa 60 Kilometer zurücklegen. Die befestigte Straße nach Caracas gibt es seit 1963. Touristen kommen vor allem am Wochenende nach Colonia Tovar, um vor allem die Schwarzwaldhäuser zu bewundern, die noch bestens erhalten sind.

Aber auch Menschen aus ganz Venezuela besuchen das idyllische Dorf, denn sie lieben die deutsche Küche und vor allem die selbst angebauten Erdbeeren. Das Klima ist hier für Europäer sehr angenehm, nur in der Nacht kann es ganz schön frisch werden. Auf eine warme Jacke im Gepäck sollte nicht verzichtet werden. Die Übernachtungsmöglichkeiten im Dorf sind von hoher Qualität, allerdings verglichen mit den sonstigen Preisen in Venezuela nicht gerade billig. Das Doppelzimmer kostet zwischen 20 und 30 Dollar die Nacht.