Zwischen Argentinien und Großbritannien ist der Konflikt um die Falkland-Inseln im Südatlantik neu ausgebrochen. Die beiden Länder streiten wegen einer geplanten Ölförderung in der Nähe der Inselgruppe. Am Ende der vergangenen Woche erreichte eine britische Bohrinsel ihr Ziel etwa 160 Kilometer vor der Küste der Falkland-Inseln. In dieser Woche sollen dort die Probebohrungen nach Öl beginnen.

Die Regierung von Argentinien protestiert mit Nachruck gegen die Pläne der Briten und bezeichnet die Probebohrungen als illegal. Die argentinische Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner sagte, dass Großbritannien mit dieser Aktion die Souveränität Argentiniens verletze. In der vergangen Woche unterzeichnete Kirchner ein Dekret, das die Bohrarbeiten der Briten im Südatlantik behindern soll.

Schiffe die zwischen dem Festland von Argentinien und den Falkland-Inseln verkehren, brauchen seitdem die Erlaubnis der argentinischen Regierung. Großbritannien weist inzwischen alle Vorwürfe zurück. Der Staatsminister im Außenministerium, Chris Bryant, sagte, dass sein Land die Souveränität Argentiniens nicht in Frage stelle. Die Regierung der Falkland-Inseln habe aber das Recht, nach Öl zu bohren. Er betonte: „Zuständig für die Gewässer um die Inselgruppe sind die Behörden der britisch verwalteten Inseln und nicht Argentinien.“

Geologen schätzen, dass die Erdölvorkommen in der Nähe der Falkland-Inseln größer seien als die britischen Reserven in der Nordsee. Um die Inseln, auf denen etwa 3.000 Menschen leben, kam es auch in der Vergangenheit immer wieder zu Konflikten zwischen Argentinien und Großbritannien. Im Jahr 1982 marschierte Argentinien in das seit dem 19. Jahrhundert zu Großbritannien gehörende Überseegebiet ein.

Der Kampf um die Falkland-Inseln kostete damals rund 900 Menschen das Leben. Obwohl Argentinien kapitulierte, gab es seine Hoheitsansprüche aber nie auf. Cristina Kirchner machte ihren Standpunkt noch einmal ganz klar deutlich und sagte: „Über alle politischen Unterschiede hinweg sind sich die Argentinier einig, dass die Verteidigung der Malvinas (Falkland-Inseln) zur nationalen Pflicht gehört.“