Die großartige Hafenstadt Cartagena de Indias unterscheidet sich von allen Städten in Kolumbien. Sie ist elegant und weltoffen, ein Millionendorf und dennoch entrückt. 1533 gründete Pedro de Heredia die Stadt am Ufer einer beschaulichen Bucht. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich Cartagena de Indias zu einem blühenden Handelszentrum in Lateinamerika.

Cartagena ist heute der zweitwichtigste Hafen in Kolumbien und ein beliebtes Touristenziel. Die Hochburg der ausländischen Gäste ist die Halbinsel Bocagrande. Da die Stadt ihren Tourismussektor weiter stärken möchte, entstanden im Norden und im Süden etwas außerhalb der Hafenstadt luxuriöse Appartementanlagen und Strandressorts. 1985 wurde Cartagena von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Stadt ist inzwischen zum Vorzeigeobjekt Kolumbiens aufgestiegen in der immer wieder politische Gipfeltreffen abgehalten werden.

Das Wahrzeichen der Stadt sind die Murallas, die massiven Befestigungsmauern, von denen die Stadt umgeben ist. Die Befestigungsanlage hat eine Länge von elf Kilometern und ist fast vollständig erhalten. Hinter den Stadtmauern beginnen die schmalen Gassen mit ihren Architekturschätzen aus der Kolonialzeit Kolumbiens. Besonders auffällig sind die Kirchtürme von San Pedro Claver. Die Jesuitenkirche wurde nach Plänen aus Rom im 17. Jahrhundert errichtet.

An der Plaza Bolívar, dem Zentrum der Altstadt, befindet sich der Palacio de la Inquisición. Heute beherbergt das Gebäude die Historische Akademie. Der Palast zeigt alle Bauelemente, die den Barockstil des 18. Jahrhunderts auszeichneten. Der Eintritt kostet 4,50 Euro. Sehenswert ist auch die Kathedrale, deren Bau im Jahr 1575 begonnen und 1612 beendet wurde. Der Hauptaltar wurde nicht in Kolumbien sondern im spanischen Sevilla gefertigt. Ausgeführt wurde er von Luis Ortiz de Vargas, dem führenden andalusischen Holzbildhauer seiner Zeit.

Cartagena ist auch eine Filmstadt, in der seit 1960 jährlich ein internationales Filmfestival veranstaltet wird. Die Sieger erhalten die India Catalina, den Oscar Kolumbiens. Das Filmfest zeigt überwiegend lateinamerikanische Filme, die nur ganz selten den Weg in die europäischen Kinos schaffen. Die Hafenstadt dient auch immer wieder als Filmkulisse. Legendär ist der Film „La Quemada“ der mit Marlon Brando in der Hauptrolle hier gedreht wurde.