In Kuba ist der politische Häftling Orlando Zapata nach 85 Tagen an den Folgen eines Hungerstreiks gestorben. Der 42 Jahre alte Maurer war 2003 verhaftet worden. Er hatte zuvor an einem Hungerstreik teilgenommen, um damit für die Freilassung politischer Gefangenen zu kämpfen. Orlando Zapata ist der erste Gefangene in Kuba seit 1972, der an einem Hungerstreik gestorben ist.
Die Todesnachricht wirft dunkle Schatten auf die jüngsten diplomatischen Bemühungen Spaniens, Kuba wieder näher an die Europäische Union heranzuführen. Noch vor kurzem hatte sich Spaniens Außenminister Miguel Ángel Moratinos dafür eingesetzt, den Reformprozess anzuschieben, den die Führung Kubas eingeleitet hat. Er sagte: „Die harte Haltung der EU der vergangen Jahre hat nichts gebracht, kein Gefangener ist frei gekommen. Jetzt ist einer gestorben.“
Auch Brasilien hatte sich bemüht, Kuba stärker in die lateinamerikanische Gemeinschaft einzubinden. Doch Orlando Zapata starb genau an dem Tag, als Präsident Luiz Inácio Lula da Silva Havanna besuchte. Der brasilianische Präsident wollte sich allerdings nicht öffentlich für die Freilassung politischer Gefangener in Kuba engagieren. Sogar die Vereinigten Staaten von Amerika hatten vor kurzem mit Kuba über Erleichterungen bei Ausreisanträgen und auf dem Tourismussektor verhandelt.
Orlando Zapata war 2003 wegen Störung der öffentlichen Ordnung in Kuba und Kontakten zur amerikanischen Botschaft zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Der Dissident war Mitglied in der Bewegung des Christdemokraten und Sacharow-Preisträgers Oswaldo Payá. Dieser sagte: „Zapata ist besonders drangsaliert worden, weil er schwarz war.“ In der Haft lehnte sich Zapata immer wieder gegen die Misshandlungen auf, denen er im Gefängnis ausgesetzt war.
Wegen seines Widerstands wurden ständig neue Anklagen gegen Zapata erhoben, wodurch sich seine Haftstrafe im Laufe der Zeit auf 30 Jahre verzehnfachte. Im Dezember 2009 trat er dann im Gefängnis in den Hungerstreik. Am 17. Februar 2010 war er schon so geschwächt, dass er in eine Klinik verlegt werden musste. Am 19. Februar setzte sich dann noch die spanische Regierung für Zapata und andere politische Gefangen in Kuba ein. Doch die Bemühungen kamen zu spät. Zehn Tage später war Orlando Zapata tot.