Manaus hat sich von der ehemaligen Gummihauptstadt Brasiliens in eine moderne Metropole verwandelt, die viele Touristen als Ausgangspunkt für ihre Bootstouren durch den Regenwald nutzen. Die Stadt liegt an einer Stelle, wo zwei mächtige Ströme zusammenfließen, der Rio Solimões und der Rio Negro. Durch den Kautschukboom wurde die Stadt so reich, dass sie sich sogar eine Oper mitten im Urwald leisten konnte – das weltberühmte Teatro Amazonas.

Sehenswert in Manaus sind unter anderem das alte Zollgebäude Alfândega, das 1906 erbaut wurde und der Hafen mit dem Estação Hidroviária, den 1313 Meter langen Landungsbrücken, die 1902 von den Engländern errichtet wurden. Sie heben oder senken sich, je nach Wasserstand des Rio Negro, bis zu 14 Meter. Gourmets sollten sich bei einem Besuch von Manaus unbedingt die Markthallen Mercado Municipal Adolfo Lisboa anschauen. Hier findet der Feinschmecker sämtliche Lebensmittel der Region.

In Brasilien gibt es wohl kein prächtigeres Opernhaus als das Teatro Amazonas. Der neoklassizistische Bau wurde nach italienischem Vorbild gebaut. Vor allem die prächtige Innenausstattung ist beeindruckend. Das Deckengemälde, auf dem Amazonasszenen dargestellt sind, stammt von dem Italiener Domenico Angelis. Alle Baumaterialen kamen mit dem Schiff aus Europa. Führungen in historischen Kostümen finden jeweils am Freitag und Samstag statt. Jeweils in den Monaten April und Mai findet in Manaus ein Opernfestival statt.

Zu den interessantesten Museen von Manaus zählt das Museo do Homem do Norte. Hier sind rund 4.000 Exponate ausgestellt. Sie spiegeln die Kulturgeschichte und Sitten der Einwohner der Nordregion Brasiliens, die vom Amazonas dominiert wird. Der Palácio Rio Negro gehörte früher dem deutschen Kautschukbaron Waldemar Scholz. Heute dient die Residenz als Kulturzentrum, in dessen Nebengebäuden sich die Gemäldesammlung Pinacoteca de Amazonas und eine Münzsammlung befinden.

Das Museo do Índio beherbergt eine umfangreiche Sammlung, die die Kultur und die Bräuche der Indios am Rio Negro den Besuchern anschaulich näher bringt. Wer nach Brasilien reist und größere Exkursionen in den Dschungel geplant hat, sollte dafür das Gebiet des Rio Negro und seiner Nebenflüsse in Betracht ziehen. Da es hier kaum Moskitos gibt, ist die Gefahr gering, an Malaria zu erkranken.